Der Fachkräftemangel macht es auch Versicherern schwer, geeigneten Kandidaten für ihre offenen Ausbildungsstellen zu finden. So konnten 2023 zwei Drittel deutscher Versicherer nicht alle Stellen für Azubis und duale Studierende besetzten. Das zeigt die Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft, die vom Arbeitgeberverband der Versicherungswirtschaft (AGV) und dem Bildungsverband der Versicherungswirtschaft (BWV) durchgeführt wurde.

Auch wenn der Anteil der unbesetzten Stellen mit unter 10 Prozent insgesamt eher gering ist – je besser ein Unternehmen in den Augen der potenziellen Auszubildenden dasteht, desto größer sind seine Chancen, alle offenen Stellen mit Top-Nachwuchskräften zu besetzen. Doch welche Firmen werden in ihrer Rolle als Ausbilder als besonders attraktiv wahrgenommen? Dieser Frage ging die Kölner Ratingagentur Servicevalue in Kooperation mit dem F.A.Z. Institut in ihrer Untersuchung „Dual Studieren: Deutschlands Top-Ausbilder 2025“ nach. Bei der Studie wurden Unternehmen aus über 100 Branchen untersucht. 

Analyse mit Hilfe von KI

Die Analyse erfolgte in zwei Stufen. Im ersten Analyseschritt werteten die Forscher mehrere hundert Millionen öffentlich zugängliche deutsche Internetquellen systematisch aus. Dieses sogenannte Crawling-Verfahren erfasste sowohl redaktionelle Inhalte als auch Social-Media-Beiträge, in denen Unternehmen im Kontext von vier definierten Themenkomplexen erwähnt wurden: Arbeitgeber, Karriere, Unternehmenskultur sowie Dual Studieren. Die thematische Zuordnung erfolgte anhand präzise definierter Keywords sowie Text- und Satzkorpora.

In der zweiten Erhebungsphase (Processing) wurden die gesammelten Datensätze mittels KI-gestützter Analyseverfahren auf ihre Tonalität untersucht. Jedes Textfragment wurde dabei nach positiven, neutralen oder negativen Erwähnungen klassifiziert.

Komplementär zum digitalen Monitoring wurden die Unternehmen mittels strukturierter Online-Fragebögen zur Selbsteinschätzung ihrer dualen Studienangebote befragt. Diese umfassten vier zentrale Dimensionen: Strukturelle Unternehmensdaten, spezifische Daten zum dualen Studium, Vergütungsmodelle und Zusatzleistungen sowie Ausbildungserfolg und Übernahmequoten.

Die Bewertungssystematik

Die Bewertung setzt sich aus den Ergebnissen der beiden Phasen zusammen. Beim Webmonitoring erhielten Unternehmen Punkte für positive Erwähnungen und deren Reichweite im Internet. Dabei wurde der Themenkomplex „Dual Studieren“ mit 50 Prozent besonders stark gewichtet, während die anderen drei Bereiche (Arbeitgeber, Karriere, Unternehmenskultur) zusammen die restlichen 50 Prozent ausmachten.

Die Antworten aus den Fragebögen wurden ebenfalls in Punkte umgerechnet. Für alle teilnehmenden Unternehmen wurden die Punkte aus beiden Verfahren – Webmonitoring und Fragebogen – zusammengeführt und branchenspezifisch ausgewertet.

Die Bewertungsskala reicht von 0 bis 100 Punkten. Das beste Unternehmen einer Branche erhielt dabei stets 100 Punkte und setzte damit den Maßstab für alle anderen Unternehmen derselben Branche. Unternehmen mit überdurchschnittlichen Gesamtwerten wurden schließlich mit dem Siegel „Dual Studieren: Deutschlands Top-Ausbilder 2025“ ausgezeichnet.

Fragwürdige Methodik

Diese Methodik führt allerdings dazu, dass die absolute Leistung weniger eine Rolle spielt, sondern primär das relative Ergebnis im Verhältnis zur Konkurrenz, um möglichst viele Unternehmen auszeichnen zu können. Diese Vorgehensweise wurde zum Beispiel von Verbraucherschützern häufig kritisiert und dürfte dem Geschäftsmodell der Kölner geschuldet sein, bei dem prämierte Unternehmen Siegel zu Vertriebs- und Marketingzwecken erwerben können.

Platz 5: Huk-Coburg
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Huk-Coburg-Gebäude | © Huk-Coburg
Huk-Coburg-Gebäude:. Bildquelle: Huk-Coburg

Wert: 96,1 von 100 Punkten.