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Private Altersvorsorge Die 9 besten Lebensversicherer im Bilanz-Rating

Hinweistafel zur 3G-Regel in einem Restaurant
Hinweistafel zur 3G-Regel in einem Restaurant: Die Autoren des Map-Reports prüften für ihr „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer“ wieder die Jahresabschlüsse wichtiger Branchengrößen. Das Corona-Jahr 2020 verlief für sie unerwartet glimpflich. | Foto: geralt / Pixabay
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Deutschlands Assekuranz hat sich während der Corona-Krise als weitgehend robust erwiesen. Um den eigenen Versicherungsbestand stabil zu halten, halfen viele Anbieter Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten finanziell aus der Patsche. Gleichzeitig investierten sie so stark wie nie zuvor in digitale Geschäftsprozesse, um trotz Pandemie weiterarbeiten zu können.

Michael Franke, Franke und Bornberg

„Wann der ganze Spuk vorbei sein wird, ist bisher kaum absehbar“, schreiben die Autoren des Map-Reports angesichts der sogenannten vierten Welle in Deutschland. Während die Angst vor einer Covid-19-Infektion wieder steigt, müsse man sich um die Lebensversicherer kaum Sorgen machen, lautet das Fazit der Analysten von Franke und Bornberg Research.

„Für die Branche ist davon auszugehen, dass diejenigen, die jetzt bilanziell gut aufgestellt sind, auch am ehesten gut durch diese außergewöhnliche Situation kommen“, erwartet die Rating-Agentur aus Hannover. Sie hat jetzt wieder die Bilanzen der deutschen Lebensversicherer ausführlich analysiert, um einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen zu gewinnen.

Lebensversicherer im Bilanz-Rating

Die beste Bewertung im Rating bekam die Allianz, die mit 365 Punkten beziehungsweise 91,25 Prozent der maximal erzielbaren Punkte die Bestnote „mmm+“ für exzellente Leistungen erzielte. Die höchste Bewertungsklasse wird ab 80 Prozent beziehungsweise 320 Punkten vergeben und wurde in dem diesjährigen Rating insgesamt neun Mal verliehen.

Quelle: map-report Nr. 922

Von den zehn größten Anbietern konnte sich neben der Allianz noch die Axa mit 81,25 Prozent in der Spitzengruppe platzieren. Zu den weiteren Rating-Siegern zählen in diesem Jahr die Hannoversche (88,00 Prozent), Europa (86,75), LV 1871 (86,00), Condor (85,25), Ideal (83,00), Ergo Vorsorge (82,00) und die Dialog mit 80,75 Prozent.

Die Swiss Life führt das Feld der mit „mmm“ für hervorragende Leistungen bewerteten Unternehmen an. Sie verfehlte mit 318 Punkten beziehungsweise 79,50 Prozent nur knapp die höchste Bewertungsklasse. Neben der Swiss Life gingen noch fünf weitere Versicherer mit einem mmm aus dem Rennen: Deutsche Ärzte, LVM, VGH, DEVK Eisenbahn, R+V.

Rekordeinnahmen noch übertroffen

Insgesamt ein Dutzend Kennzahlen bilden das Gerüst für die Bewertung im Bilanz-Rating. Der prozentuale Index zeigt für die Gesamtwertung das Verhältnis von maximal erzielbarer Punktzahl zur insgesamt erreichbaren Gesamtpunktzahl. Die Ergebnisse der Bilanzkennzahlen werden gewichtet und zu einem Ergebnis verdichtet.

Quelle: map-report Nr. 922

Überraschenderweise gelang es den deutschen Lebensversicherern 2020, die Rekordeinnahmen des Vorjahres noch einmal zu übertreffen. „Allen Unkenrufen zum Trotz gilt die Lebensversicherung für viele Bundesbürger noch immer als sicherer Hafen für ihr Geld“ kommentiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-Reports.

Beitragseinnahmen unerwartet stabil

Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse je nach Anbieter gewaltig. Insgesamt stiegen die verdienten Bruttobeiträge um 0,35 Prozent auf 98,61 Milliarden Euro. Doch 31 Gesellschaften gelang es 2020 nicht, ihre Beitragseinnahmen zu steigern. Weitere sechs Anbieter lagen mit bis zu 2 Prozent nur knapp über dem Vorjahresniveau.

Aber 40 Versicherer bauten die Beitragseinnahmen um teilweise mehr als 80 Prozent aus. Am am deutlichsten konnte die Hanse Merkur ihr Ergebnis auf 651,3 Millionen Euro steigern. Dahinter folgen die von einem niedrigeren Niveau startende Dortmunder mit einem Plus von 19,1 Millionen und der Nettoversicherer Mylife mit 219,6 Millionen Euro.

In absoluten Zahlen baute die R+V als Nummer Zwei der Branche die Beitragseinnahmen um 998,7 Millionen Euro allerdings am stärksten aus. Dieser massive Anstieg basiert laut Map-Report vor allem auf ein Anstieg bei den Einmalbeiträgen. Sie legten demnach um 35,8 Prozent auf nun rund 3,7 Milliarden Euro zu.

Top-Verkaufsargument fällt weg

Der Ausblick für die deutschen Lebensversicherer fällt allerdings verhalten aus. Denn mit dem auf 0,25 Prozent sinkenden Höchstrechnungszins gibt es nur noch selten eine Beitragsgarantie von 100 Prozent. Damit falle ein über Jahrzehnte beliebtes Verkaufsargument der Vermittler klassischer Lebensversicherungen weg.

Sie müssten die Verbraucher nun davon überzeugen, dass abgesenkte Garantien auch eine positive Seite hätten, sagt Reinhard Klages. „Denn anders als beispielsweise bei Gebühren oder Kosten gehen durch reduzierte Garantien keine Beitragsteile verloren – eher im Gegenteil“, erläutert der Chefredakteur des Map-Reports.

„Der Anteil, der zur Sicherung der abgesenkten Garantie aufgewendet werden muss, sinkt und dadurch können mehr Beitragsanteile in renditestärkere Anlagen investiert werden“, ergänzt Herausgeber Michael Franke. „Ob dadurch letztendlich auch eine höhere Rendite erzielt wird, hängt vom Geschick der Kapitalanleger ab und steht somit auf einem anderen Blatt.“

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