Jeremy Baker

Jeremy Baker

„Die Abflüsse aus Gold-ETFs haben gerade erst begonnen“

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Am vergangenen Freitag geriet der Goldpreis an der New Yorker Comex unter massiven Druck. Grund dafür waren Verkaufskontrakte über insgesamt 100 Tonnen Gold. Diese anfänglichen Verkäufe ließen den Goldkurs auf 1.491 US-Dollar je Feinunze sinken.

Damit aber nicht genug: Den Goldmarkt traf kurz darauf eine weitere Verkaufswelle über schätzungsweise 300 Tonnen Gold. Der daraus resultierende Verkaufsdruck drückte die Notierung auf ein Tagestief von 1.476 US-Dollar je Feinunze. Das Edelmetall erholte sich jedoch im weiteren Handelsverlauf leicht und beendete den Handelstag bei 1.501 US-Dollar je Feinunze.

Aber auch die bisherige Woche prägten weitere Verkäufe den Goldmarkt, nachdem wichtige Stopp-Loss-Verkäufe ausgelöst worden waren, die den Abwärtstrend zusätzlich verschärften.

Die Suche nach dem Auslöser

Bisher wurde noch kein spezieller Auslöser für den massiven Ausverkauf identifiziert. Vermutlich hat jedoch die Kombination aus mehreren Faktoren Großanleger zur Liquidierung ihrer Goldpositionen veranlasst, wodurch Stopp-Loss-Verkäufe ausgelöst wurden.

Zu diesen negativen Faktoren zählen unter anderem die unlängst schwachen Makrodaten, die neuerdings eher Deflations- als Inflationssorgen aufkommen lassen. Auch die Diskussionen über den Abbau quantitativer Lockerungsmaßnahmen und die Goldverkäufe Zyperns tragen dazu bei.

In derart volatilen Phasen erweisen sich technische Betrachtungen einzelner Märkte häufig als guter Indikator für die Kursrichtung. Auf Grundlage wöchentlicher Kursdaten und möglicher Unterstützungsniveaus der Aufwärtsbewegung des Goldpreises von Oktober 2009 bis September 2011 könnte sich Gold in nächster Zeit bei ungefähr 1.300 US-Dollar pro Unze einpendeln. Das entspricht der Widerstandslinie für diesen Zeitraum.

Dieses Kursniveau mag zunächst extrem erscheinen. Dem ist aber nicht so, wenn man berücksichtigt, dass die Abflüsse aus Gold-ETFs gerade erst begonnen haben und weitere Abflüsse sehr wahrscheinlich sind, da Privatanleger ihre Goldpositionen auflösen werden.

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