2021 als bunte Leuchtinstallation Foto: imago images / ITAR-TASS

Ausblick für 2021

Diese 4 Gründe sprechen für ein gutes Aktienjahr

Zugegeben: In den nächsten Monaten könnte es noch einige Störfeuer geben. Dazu zählen Probleme bei der Verteilung von Impfstoffen oder bei der Akzeptanz in der Bevölkerung. Gleichwohl zeichnet sich für 2021 ab: Gegen Corona ist mit den neuen Vakzinen ein Kraut gewachsen.

Wir rechnen im Verlauf des Jahres mit einem starken Konjunkturaufschwung, wenn der globale Dienstleistungssektor wieder normal arbeiten kann. Dieser Aufschwung wird sich positiv auf die Umsätze der Unternehmen und besonders stark auf deren Margen auswirken. Der Grund: Viele Firmen haben in der Krise ihre Kosten gesenkt, sodass mit höheren Gewinnen pro Aktie zu rechnen ist.

Es gibt keine (deutliche) Überbewertung bei Aktien

Immer wieder war in der Vergangenheit zu hören, dass die Aktienmärkte überbewertet seien. Wir teilen diese Meinung nicht, auch wenn der sogenannte Multiplikator in manchen Sektoren ambitioniert hoch ausfiel.

Warum können wir keine Überbewertung erkennen? Zum einen wegen des genannten Konjunkturaufschwungs, der höhere Umsätze und Gewinne ermöglicht. Zum anderen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und der reichlichen Liquidität der Notenbanken. Beides ermöglicht eine hohe Bewertung der Aktienmärkte. Sprich: Anleger sind aufgrund mangelnder Alternativen bereit, hohe Preise für Aktien zu zahlen. Zeichnet sich der Aufschwung klarer ab, könnte diese Bereitschaft noch zunehmen.

Präsidentschafts-Zyklus spricht für Dividendenpapiere

Auch vom sogenannten Präsidentschafts-Zyklus in den tonangebenden USA kommt Rückenwind für den Aktienmarkt. Wurde in den vergangenen 100 Jahren ein neuer Präsident vereidigt, legte die Börse im ersten Jahr des neuen Amtsinhabers knapp neun Prozent zu. Löste ein Demokrat einen Republikaner ab, fielen die Gewinne sogar zweistellig aus. Dies mag daran liegen, dass Demokraten oft gewählt werden, wenn es zuvor, wie 2020, nicht so gut mit der Wirtschaft lief. Zudem neigt Joe Bidens Partei mehr zu Konjunktur-und Infrastruktur-Programmen als die Republikaner. Auch dies kann die US-Börse anschieben. In Europa sind solche Programme ebenfalls geplant oder bereits im Einsatz.

Markttechnisch sind höhere Kurse möglich

Last but not least zeigt die Markttechnik: In den USA, aber auch Deutschland ist für die Kurse Luft nach oben. Zuerst nach Übersee: Dort zeigt der logarithmische Chart, dass der S&P 500 seit 1930 in einem Trendkanal läuft, in dem er noch rund zehn Prozent zulegen kann, ohne den Kanal nach oben zu durchbrechen. Erfreulich ist auch, dass gleichgewichtete Indizes – in denen etwa Apple so viel Gewicht hat wie ein deutlich kleineres Unternehmen – neue Allzeithochs erreicht haben. Der Kursaufschwung steht also auf breiten Füßen.

Und Europa? Hier tut sich der Dax seit Jahren schwer, die Marke von 13.500 Punkten zu überwinden. Gelingt ihm dies, könnte die Reise in Richtung 15.000 bis 16.000 Punkte gehen. Aber: Wegen der höheren Bewertung und der Kursniveaus werden die Anleger auch mal Gewinne vom Tisch nehmen. Deshalb ist übers ganze Jahr mit moderaten Schwankungen zu rechnen.


Über den Autor:

Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung in Köln.

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