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Die Banken und die Bezahl-App

5 Gründe, die für eine Zusammenarbeit mit Apple sprechen

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Apple drängt derzeit mit einem digitalen Bezahlsystem in den Markt. Etablierte Finanzanbieter müssen sich entscheiden: Wollen sie eigene Systeme entwickeln, möglicherweise im Zusammenschluss mit mehreren Geldinstituten. Oder setzen sie auf eine Zusammenarbeit mit dem gewieften Konzern, dessen Anwendungen im Ruf stehen, besonders nutzerfreundlich zu sein, die aber auch nur im Apple-Universum anwendbar sind.

Das Schweizer Finanzportal Finews.ch hat einige Gründe versammelt, die aus Bankensicht für oder auch gegen eine Zusammenarbeit sprechen:

Dafür:

  1. Die Sicherheitsstandards von Apple gelten als besonders hoch. Auf diesem Gebiet hat sich Apple in den letzten Jahren einen guten Ruf bei Verbrauchern erworben.
  2. Apple-Anwendungen gelten als besonders nutzerfreundlich, sie fokussieren stark auf den Kunden. In Sachen Kundenbedürfnisse haben Banken noch Nachholbedürfnis und könnten so einen großen Schritt weiterkommen.
  3. Apple hat eine eigene digitale Welt aufgebaut, die alles aus einer Hand anbietet. So hat es in der Vergangenheit schon mehrfach Intermediäre verdrängen können. Das käme auch den Banken zugute.
  4. Apple könnte die Bezahl-App direkt in bestehende Funktionalitäten integrieren. Sie wäre für Apple-Nutzer präsenter als lediglich eine weitere App, die erst herunterzuladen wäre.
  5. Apple verspricht den Banken, keine Gebühren zu verlangen, sollten sie das Bezahlsystem unterstützen.

Die Gegenargumente:
  1. Kunden sind in ihren Entscheidungen eher träge. Oft bleiben sie bei dem Anbieter, mit dem sie in ein neues Feld eingestiegen sind. Und am Schweizer Markt, so Finews, sind mit den digitalen Diensten Paymit und Twint - und ab nächstem Jahr auch Swiss Wallet - bereits mehrere Unternehmen etabliert.
  2. Das Apple-Bezahlsystem funktioniert nur auf Apple-Geräten. Pech für Android- Nutzer.
  3. Apple ist eine Diva – und verweigert nicht genehmen Partnern auch mal den Zutritt zu seiner Welt. So geschehen bei der mobilen Bezahllösung Tapit des Schweizer Telekom-Anbieters Swisscom.
  4. Punkt 5 des Dafür spricht gleichzeitig gegen ein Zusammengehen mit Apple: Der Konzern hat Banken zwar versprochen, bei Nutzung von Apple Pay keine Gebühren zu erheben. Aber an Versprechen hat sich das Unternehmen in der Vergangenheit nach einiger Zeit schon mal nicht mehr erinnern können – zum Schaden der betroffenen Unternehmen. Fazit: Apple bleibt unberechenbar.

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