DAS INVESTMENT.com: Wer soll darüber entscheiden?

Baur: Die Gesellschaft. Wenn Medien einmal aufhören würden, blind draufzuhauen, würde die Gesellschaft jene Wohlhabende erkennen, die noch immer echte Werte und Moral leben und vermitteln.

Gladitz: Ein Beispiel ist Hasso Plattner, der wirklich viel für die Gesellschaft getan hat und noch tut. Wir haben bei ihm sehr deutlich gespürt, dass er nach Anerkennung sucht und sich häufig unverstanden fühlt. Da wollten wir gar nicht draufhauen, sondern es dem Zuschauer zeigen, damit auch er das einmal versteht.

DAS INVESTMENT.com: Was war die größte Überraschung?

Gladitz: Für mich sind es zwei. Einerseits die Baronin von Rothschild, die zunächst distanziert und unsicher wirkte. Im Laufe der Dreharbeiten taute sie auf und wurde ein Mensch wie du und ich. Überhaupt nicht abgehoben, dafür freundlich und fast hemdsärmelig. Die zweite Überraschung ist Hasso Plattner. Ich habe ihn im ersten Interview ein wenig cholerisch und angespannt erlebt. Als wir unser Equipment aufbauten, entließ er gerade sehr rabiat jemanden am Telefon. Doch auch Plattner öffnete sich immer weiter und arbeitete ehrlich und ruhig mit uns und ließ uns sogar in Saint Tropez beim Segeln drehen.

Baur: Ich war am meisten von dem Vertrauen überrascht, das uns diese sechs Leute entgegen gebracht haben. Wir durften sie auch in normalen Szenen ihres Lebens filmen. Und sie vertrauten uns, dass wir mit diesen Bildern keinen Unfug treiben.

Filmtipp: „Das Gewissen der Superreichen“ am 3. Juli 2012, 22.45 Uhr in der ARD