Wer in Fonds oder ETFs investiert, hat oft einen langfristigen Anlagehorizont. Allerdings kann es sich auch lohnen, kürzere Zeiträume wie einzelne Monate im Blick zu behalten, um kurzfristige Trends aufzuspüren und die Vorlieben anderer Anleger kennenzulernen.
Deswegen schauen wir ab jetzt jeden Monat auf die Entwicklung des Vormonats. Welche aktiven Fonds performten besonders gut? Und welche allgemeinen Entwicklungen könnten die aktiven Fonds beeinflusst haben?
Licht und Schatten im Juli
Die Börsen präsentierten sich im Juli 2026 uneinheitlich: Energie, klassische Industriewerte und einige europäische Märkte legten zu, während Technologiewerte, der Nasdaq und der Momentum-Faktor deutliche Rücksetzer hinnehmen mussten.
Der MSCI World gab im Juli 0,1 Prozent nach und steht damit seit Jahresbeginn bei 12,8 Prozent im Plus. Der MSCI ACWI All Country World verlor 0,5 Prozent im Monat und kommt auf 13,9 Prozent seit Jahresbeginn.
Europa erholt sich, USA enttäuschen
Innerhalb der Industrieländer zeigte Europa ein freundlicheres Bild als die USA. Großbritannien überzeugte mit einem Monatsplus von 4,4 Prozent beim FTSE 100 und steht seit Jahresbeginn bei 13,7 Prozent. Der Dax gewann 2,5 Prozent im Juli und steht seit Jahresbeginn bei 4,7 Prozent. Frankreich legte 1,3 Prozent zu und kommt auf 7,1 Prozent YTD. Japan entwickelte sich stabil mit 0,4 Prozent im Monat und steht seit Jahresbeginn bei 19,6 Prozent.
Die USA trübten das Bild: Der S&P 500 gab im Juli 1,2 Prozent nach und steht seit Jahresbeginn bei 12,0 Prozent. Der Nasdaq 100 verlor 7,7 Prozent im Monat und rutscht damit auf 14,3 Prozent seit Jahresbeginn.
Schwellenländer mit gemischtem Bild
Die Schwellenländer gaben im Juli nach: Der MSCI Emerging Markets verlor 3,6 Prozent, steht aber seit Jahresbeginn noch bei starken 22,8 Prozent. Südkorea bleibt trotz eines Monatsverlusts von 17,6 Prozent das Phänomen des Jahres: Der MSCI Korea steht seit Jahresbeginn bei 85,2 Prozent – auf Jahressicht liegt das Plus bei 149,4 Prozent. Taiwan verlor im Juli 5,9 Prozent, kommt im laufenden Jahr aber noch auf 57,2 Prozent. Brasilien überzeugte mit 5,7 Prozent im Monat und 19,0 Prozent seit Jahresbeginn. Indonesien erholte sich leicht mit einem Monatsplus von 10,5 Prozent, steht im laufenden Jahr jedoch noch bei minus 32,9 Prozent.
China entwickelte sich unauffällig: Der MSCI China legte 0,9 Prozent zu, notiert aber seit Jahresbeginn mit minus 1,6 Prozent leicht im Minus. Indien verlor auf Jahressicht 5,8 Prozent und steht seit Jahresbeginn bei minus 6,2 Prozent.
Rohstoffe stark, Gold stabil, Bitcoin erholt sich leicht
Rohstoffe überzeugten im Juli: Der RICI Rogers Commodity Index legte 7,7 Prozent zu und steht seit Jahresbeginn bei 34,2 Prozent. Gold gewann 0,5 Prozent, notiert im laufenden Jahr aber noch mit minus 4,5 Prozent. Bitcoin erholte sich leicht um 5,5 Prozent im Monat, bleibt aber mit minus 27,2 Prozent seit Jahresbeginn tief im Minus.
Anleihen unter erneutem Druck
Im Anleihenbereich dominierten rote Vorzeichen. Bundesanleihen mit langen Laufzeiten verloren im Juli 3,7 Prozent und notieren seit Jahresbeginn mit minus 1,4 Prozent. Auf Fünf-Jahres-Sicht beläuft sich das Minus auf 38,4 Prozent. US-Staatsanleihen gaben 2,2 Prozent nach und kommen seit Jahresbeginn auf 0,7 Prozent. Euro-Unternehmensanleihen verloren im Monat 1,0 Prozent, Hochzinsanleihen hielten sich mit minus 0,1 Prozent stabil.
Sektoren: Energie vorn, Tech und Momentum straucheln
Bei den globalen Sektoren stach Energie deutlich heraus: Der MSCI World Energy legte im Juli 11,4 Prozent zu und steht seit Jahresbeginn bei 35,8 Prozent. Finanzen gewannen 5,2 Prozent im Monat und kommen auf 12,6 Prozent YTD. Basis-Konsumgüter legten 1,2 Prozent zu.
Auf der Verliererseite standen Technologiewerte mit minus 5,2 Prozent im Juli – trotzdem bleibt das Jahresplus bei 18,5 Prozent. Versorger verloren 2,7 Prozent, Industrie 2,3 Prozent im Monat.
Bei den Anlage-Faktoren war der Momentum-Faktor der auffälligste Verlierer: Der MSCI World Momentum verlor im Juli 10,4 Prozent, steht seit Jahresbeginn aber noch bei 18,3 Prozent. Value büßte 2,8 Prozent ein, kommt auf Jahressicht jedoch auf starke 33,9 Prozent. Low Volatility behauptete sich mit einem Monatsplus von 2,1 Prozent und steht bei 6,1 Prozent YTD.
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Quelle: FWW Fonds-Explorer, Stand der Daten: 10. August 2026