Die im Englischen Frontier Markets genannten Grenzmärkte stehen beim zweitplatzierten Fidelity Asia Pacific Dividend Fund nicht auf der Liste, dafür aber Australien. Ebenso wie der Matthews-Fonds verfolgt der Fonds eine Dividendenstrategie. Der Fokus auf Dividendenrendite und -wachstum hat sich im November 2000 verschärft, als Jochen Breuer den Fonds übernahm. „Ich habe die Zahl der Aktien von 80 auf rund 40 reduziert und die Dividendenrendite stieg von rund 2 auf 3,5 bis 4 Prozent“, so der Fondsmanager.

Durch die Turbulenzen an den Märkten in den vergangenen zwei Jahren hat die starke Positionierung in defensiveren Bereichen wie Versorger und Büroimmobilien geholfen. Von extrem wachstumsfokussierten und stark schwankenden Segmenten nimmt Breuer Abstand, vielmehr achtet er auf eine angemessene Bewertung, um Abwärtsrisiken zu senken. „Chinesische Internetfirmen und der Gesundheitssektor beispielsweise sind nicht Teil des Portfolios“, so Breuer. Mit seiner Strategie konnte sich Breuer seit Übernahme des Fonds klar vom Vergleichsindex MSCI AC Asia Pacific ex Japan absetzen.

Größte Länderposition im Fonds, die sich aus der Bottom-up-Titelauswahl ergibt, ist Taiwan mit rund 20 Prozent. Hier setzt Breuer beispielsweise auf Uni-President Enterprises, die führende Gesellschaft für Nudeln und Soft Drinks im Greater-China-Raum. „Sie profitiert von einer hohen Markenbekanntheit, und Basiskonsumgüter werden immer gekauft, auch bei wirtschaftlichen Problemen“, sagt Breuer. In China, mit 17 Prozent zweitgrößte Länderposition, mag der Fondsmanager derzeit Versorger wie China Yangtze Power: „Sie sind reguliert, haben einen stabilen Cashflow, der attraktive Dividenden sichert. Gleichzeitig bieten sie Wachstumschancen durch Chinas Übergang von Kohle und Gas auf erneuerbare Energien.“

Der dritte Platz geht an den FSSA Asian Focus. FSSA Investment Managers ist Teil von First Sentier Investors, bis 2020 unter dem Namen First State Investments bekannt. Die Fondsmanager Vinay Agarwal und Martin Lau investieren in Unternehmen hoher Qualität mit starken Management-Teams, führenden Geschäftsmodellen und gutem Wachstumspotenzial. Die ausgewählten Aktien, meist von großen oder mittelgroßen Unternehmen, sollen dann idealerweise langfristig im Portfolio bleiben. Politisch getriebene Trends machen die Fondsmanager dabei nicht mit, sondern sie konzentrieren sich auf Unternehmen, bei denen sie in den kommenden fünf bis zehn Jahren steigende Gewinne erwarten. „Daher interessieren wir uns auch nicht für populäre und oft überteuerte Segmente wie Elektroautos“, sagt Agarwal.

Auffällig am Fonds ist die hohe Indien-Gewichtung von mehr als 30 Prozent. Mit Agarwal, der ebenfalls den FSSA Indian Subcontinent Strategy managt, hat der Fonds allerdings auch einen erfahrenen Indien-Spezialisten an Bord. „Viele Unternehmen in Indien sind noch relativ klein, da ist noch viel Wachstumspotenzial. Die 1,4 Milliarden Einwohner steigern stetig ihren Konsum von Waren und Dienstleistungen, so können die Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich wachsen“, sagt Agarwal. Schon jetzt bietet die Börse mit über 6.000 Titeln ein breites Angebot. Zu den Top-Positionen im Fonds zählen beispielsweise die HDFC Bank, Colgate Palmolive India und der Automobilhersteller Mahindra & Mahindra.