Der Energiesektor ist mit Macht zurück im Fokus der Anleger. Nachdem Öl- und Gasaktien über weite Strecken des Jahres von Themen wie künstlicher Intelligenz, Halbleitern oder den starken asiatischen Aktienmärkten überlagert wurden, hat sich das Bild jüngst deutlich verändert. Der Ölpreis ist kräftig gestiegen und hat die Marke von 100 US-Dollar je Barrel überschritten. Zeitweise näherte sich Brent sogar der Marke von 110 US-Dollar.
Auslöser waren vor allem die erneute Verschärfung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und damit verbundene Sorgen um mögliche Beeinträchtigungen des weltweiten Ölangebots. Auch nach dem jüngsten Rücksetzer bewegt sich der Ölpreis weiterhin auf einem hohen Niveau.
Hoher Ölpreis verändert die Perspektive
Für die großen Öl- und Gasproduzenten ist die Entwicklung grundsätzlich positiv. Steigende Verkaufspreise können bei weitgehend stabilen Förderkosten unmittelbar auf Margen und Cashflows durchschlagen. Gleichzeitig verbessert ein höherer Ölpreis die Wirtschaftlichkeit von Förderprojekten, die bei niedrigeren Preisen kaum attraktiv erscheinen.
Davon können wiederum Unternehmen aus der zweiten Reihe der Energiebranche profitieren. Steigen die Investitionen in Exploration und Förderung, erhöht sich typischerweise auch die Nachfrage nach Bohranlagen, Ausrüstung und Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie. Neben den bekannten integrierten Energiekonzernen rücken damit auch Ölfeldausrüster und Serviceunternehmen stärker in den Blickpunkt.
Allerdings hängt vieles davon ab, ob sich das höhere Ölpreisniveau als nachhaltig erweist. Denn der jüngste Preissprung ist zu einem erheblichen Teil geopolitisch getrieben. Entspannen sich die Konflikte oder schwinden die Sorgen vor Angebotsausfällen, kann ein entsprechender Risikoaufschlag im Ölpreis schnell wieder verschwinden.
Energie bleibt ein zyklisches Investment
Ohnehin gehört der Energiesektor zu den zyklischsten Bereichen des Aktienmarktes. Neben geopolitischen Entwicklungen bestimmen die globale Konjunktur, Fördermengen und Investitionen der Produzenten sowie die Entwicklung von Angebot und Nachfrage die Gewinne der Unternehmen. Hinzu kommen die langfristigen Veränderungen durch die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Für Anleger kann das erhebliche Schwankungen bedeuten. Phasen mit stark steigenden Öl- und Gaspreisen und hohen Gewinnen der Produzenten können sich mit längeren Perioden schwacher Rohstoffpreise und entsprechendem Druck auf die Aktienkurse abwechseln. Die vergangenen Jahre haben dafür reichlich Anschauungsmaterial geliefert.
Gerade deshalb lohnt bei Energie-Aktienfonds nicht nur der Blick darauf, welcher Fonds die höchste Rendite erzielt hat. Mindestens ebenso interessant ist die Frage, mit welchen Risiken diese Ergebnisse erreicht wurden.
Rendite ist nur die halbe Wahrheit
Für unsere aktuelle Auswertung betrachten wir deshalb die Sharpe Ratio über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Kennzahl setzt die über dem risikofreien Zins erzielte Rendite eines Fonds ins Verhältnis zu seinen Schwankungen. Vereinfacht ausgedrückt zeigt sie, wie gut ein Anleger für das eingegangene Risiko entlohnt wurde. Je höher die Sharpe Ratio ausfällt, desto günstiger war in der Vergangenheit das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko.
Der Fünfjahreszeitraum ist beim Energiesektor besonders aufschlussreich. Er umfasst sehr unterschiedliche Marktphasen und zeigt damit besser als eine kurzfristige Betrachtung, welche Fonds nicht nur in einer einzelnen Hausse überzeugen konnten.
Welche Energie-Aktienfonds in den vergangenen fünf Jahren das beste Verhältnis von Rendite und Risiko erreicht haben, zeigt unsere aktuelle Auswertung (Stand der Daten: 17. September 2026; Renditen p.a. in Euro).
Hinweis: Platz 9 wurde aufgrund gleicher Punktzahl zweimal vergeben.
Platz 9: SPDR S&P U.S. Energy Select Sector ETF
Sharpe Ratio 5 Jahre: 0,91
- Sektor: Aktienfonds Rohstoffe Energie Welt
- Auflegung: 07.07.2015
- Fondsgesellschaft: State Street Global Advisors Europe
- ISIN: IE00BWBXM492
- Performance YTD: 47,16%
- Performance 1 Jahr: 50,06%
- Performance 3 Jahre: 40,18%
- Performance 5 Jahre: 209,34%
- Volatilität 5 Jahre: 26,24%
- Volumen in Mio. EUR: 895

