Trotz schlechter Wirtschaftslage, anhaltenden weltpolitischen Störfeuern und der bevorstehenden Bundestagswahl mit unsicherem Ausgang: Der Deutsche Aktienindex, kurz Dax, eilt in diesem Jahr von einem Hoch zum nächsten.

Am 13.02.25 durchbrach er erstmalig die Hürde von 22.500 Punkten und liegt nach sechs Wochen YTD bereits bei einem Plus von 11,3 Prozent. Auf ein Jahr sind es 30 Prozent Plus und auf 3 Jahre 43,6 Prozent. Wir haben uns daher alle Fonds mit Schwerpunkt Deutschland der Klassen All Cap und Large Cap angeschaut und zeigen Ihnen die besten aktiven Fonds für Deutsche Aktien auf Sicht von drei Jahren.

 

Warum wir ausnahmsweise nur aktive Fonds berücksichtigt haben, liegt an der Besonderheit der Gewichtungsgrenzen bei Investmentfonds: Während passive ETFs den Dax 1:1 nachbauen dürfen und somit das seit geraumer Zeit unangefochtene Schwergewicht und gleichzeitig Indextreiber SAP mit der aktuell maximal 15 Prozent Gewichtung abbilden dürfen (die Grenze bei ETFs liegt bei 20 Prozent), sind den Managern von aktiven Fonds hier die Hände gebunden.

Strenge Regeln zum Schutz der Anleger

Für aktive Fonds gilt die sogenannte 5-10-40 Regel, die Bestandteil der EU-Richtlinie zum Anlegerschutz ist. Diese Regel besagt, dass der Fondsmanager maximal 10 Prozent des Fondsvermögens in Wertpapiere eines Herausgebers investieren darf. Gleichzeitig dürfen alle Positionen über 5 Prozent nicht mehr als 40 Prozent des Fondsvolumens ausmachen.

So erzielt man eine theoretische Mindeststreuung auf 16 Titel, wobei in der Regel alle Fonds eine deutlich größere Anzahl an Titel halten. Die im Sinne des Anlegerschutzes sinnvolle Regelung, gilt aber nicht für ETFs. Im Übrigen ist auch die zweite Regelung (5/40) beim Dax aktuell durchbrochen: alle Titel über 5 Prozent, sprich SAP, Siemens, Allianz, Telekom und Airbus liegen bei fast 50 Prozent des Index. 

Laufen die Märkte wie aktuell und das Indexschwergewicht SAP steigt weiter – Die Aktie mit einem Indexanteil von 15 Prozent steht seit Jahresbeginn bei einem Plus von 18,1 Prozent, auf ein Jahr bei einem Plus von 68,5 Prozent und auf drei Jahre bei einem Plus von 174,8 Prozent – sind hier abseits der unleidigen Kostendiskussion die passiven Produkte auch renditeseitig im Vorteil.

Was sich aber bei schlechten Unternehmens- oder Branchenneuigkeiten auch gleich in die andere Richtung entwickeln kann und die Risiken für die Anleger entsprechend erhöht. Als Beispiel sei hier die Marktreaktionen auf die Deepseek-Meldung vor kurzer Zeit erwähnt. 

Die Deutsche Börse hat nun sogar beschlossen noch im ersten Quartal 2025 einen zweiten Dax-Index zu lancieren, in welchen die Kappungsgrenze von maximal 15 Prozent je Titel aufgehoben wird. Die 15 Prozent Grenze wurde erst 2024 quasi extra für SAP eingeführt, bis dahin galten die 10 Prozent als maximale Gewichtung.

Diese Hürde veranlasste Linde 2023 den Dax zu verlassen. Um dies im Falle von SAP zu verhindern, bietet man zukünftig zwei Dax-Indizes an, obgleich man sich bewusst ist, dass der Dax 2.0 wohl eine höhere Volatilität aufweisen wird. 

 

Um hier für Anleger eine Gleichbehandlung zu erzielen, wäre es sinnvoll, wenn man beide Klassen – aktiv wie passiv – wieder gleichsetzt. Ob man die ETFs auf die 10 Prozent rückstuft oder ob man die aktiven Fonds auf die 20-Prozent-Grenze erhöht, sei dahingestellt. 

Im Folgenden finden Sie die Rangliste: Aktienfonds All Cap und Large Cap Deutschland in Euro ohne institutionelle Tranchen.