In puncto Marktkapitalisierung sind die Korridore bei allen drei Siegerfonds nicht in Stein gemeißelt. So hat sich Lupus-Alpha-Fondsmanager Glück einen Rahmen zwischen 100 Millionen und 10 Milliarden Euro gesteckt, wobei er nach oben hin keine harte Obergrenze zieht. „Sollten sich die Unternehmen über diese Grenze hinausbewegen, führt dies niemals automatisch zu einem Verkauf“, betont er. Alpha Star-Fondsmanager Felix Gode orientiert sich am oberen Ende an einer Free-Float-Marktkapitalisierung von rund 5 Milliarden Euro. „Häufig haben wir es im Mittelstandsbereich mit Familienunternehmen zu tun, deren Aktienpakete nicht am freien Handel teilhaben“, begründet er diese Positionierung. Nach unten hin zieht er zwar keine harte Grenze, achtet aber auf eine angemessene Handelbarkeit als wichtiges Kriterium.
Hinsichtlich der generellen Strategie unterscheiden sich die drei Fonds dahingehend entscheidend, dass lediglich der Gruppensieger aus dem Hause Murphy & Spitz einen klaren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legt. Bei den beiden Konkurrenten ergeben sich nachhaltige Engagements eher aus dem Anlageprozess heraus. „Unsere Depots weisen eine ganze Reihe von Unternehmen auf, die mit ihren Technologien dabei helfen, die Energiewende mitzugestalten“, sagt etwa Gode und nennt als Beispiel den auch im Portfolio des Umweltfonds Deutschlands vertretenen Wert IVU Traffic Technologies: „Das Unternehmen ist führend im Bereich Software-Lösungen für Verkehrsunternehmen und profitiert von den strukturellen Wachstumsmärkten Nahverkehr und schienengebundener Fernverkehr.“ Mit nur rund 20 Titeln ist Gode generell deutlich fokussierter unterwegs als Glück (in der Regel 65 Titel) und Murphy (25 bis 35 Titel).
Auch wenn die drei Portfoliomanager unterschiedlich an das deutsche Nebenwerte-Segment herangehen – in puncto Ausblick für das laufende Jahr teilen die beiden Konkurrenten die Einschätzung von Lupus-Alpha-Fondsmanager Glück. So hält auch Gode die hohen Kursverluste des Vorjahres für fundamental nicht begründet: „Wir gehen davon aus, dass Umsätze und Gewinner der im Portfolio enthaltenen Unternehmen weiter zulegen werden und sich die Renditerückstände gegenüber Large Caps wieder relativieren.“
Die sich angesichts der teils sehr überschaubaren Fondsvolumina aufdrängende Frage, ob Small-Cap-Fonds mit reinem Deutschland-Fokus noch eine Daseinsberechtigung haben, bejahen die drei Spitzenreiter ebenfalls unisono. „Kein anderes Land der Welt hat einen derart ausgeprägten Mittelstand wie Deutschland, der gleichzeitig für Wachstum und Arbeitsplätze eine so hohe Bedeutung hat“, betont etwa Gode. Gleichzeitig sei Deutschland mit rund 1.000 börsennotierten Unternehmen nach wie vor einer der größten Aktienmärkte Europas.
