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19 Fonds im Crashtest Die besten Fonds für lateinamerikanische Aktien

Tennis-Star Daniil Medwedew am 2. April bei den Miami Open
Tennis-Star Daniil Medwedew am 2. April bei den Miami Open: Turnier-Sponsor Itaú gehört zu den größten Banken Lateinamerikas und berät den Crashtest-Sieger DWS Invest Latin American Equities. | Foto: Imago Images/ZUMA Wir

2022 war ein übles Jahr für viele Anlageklassen. Egal ob Anleihen oder Aktien, es ging nach unten. Auch Schwellenländer-Aktien traf es hart – allerdings nicht alle. Der MSCI Emerging Markets Latin America beendete das Jahr in US-Dollar gerechnet mit einem Plus von fast 10 Prozent. Und im ersten Halbjahr 2023 setzte sich die deutliche Outperformance Lateinamerikas gegenüber den globalen Emerging Markets fort.

Aktienfonds Lateinamerika

Rang Fondsname ISIN Punkte Gesamt Punkte Performance Punkte Stresstest Punkte Aktives Management Performance 5 Jahre Maximaler Verlust 5 Jahre Fondsvolumen in Mio EUR
1 DWS Invest Latin American Equities LU0399356780 68 30 14 24 85.78 50.03 799
2 Schroder Latin American LU0086394185 52 16 19 17 45.26 50.54 502
3 JPM Latin America Equity LU0053687314 43 18 13 12 44.32 52.13 398
4 Baring Latin America IE0000828933 42 15 17 10 43.78 51.24 200
5 Nordea Latin American Equity LU0309468808 36 13 10 13 38.91 51.13 44

>>Zum Gesamt-Ranking des Crashtests mit 14 weiteren Fonds  

Die gute Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Lateinamerikas Börsen sind die globale Erholung nach dem Covid-Einbruch etwas langsamer angegangen. Unterstützt wurde die gedämpfte Entwicklung von den Zentralbanken, die bereits 2021 begannen, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Aufholpotenzial war also reichlich vorhanden, und es ist auch immer noch nicht aufgebraucht. „Die Region wird wahrscheinlich weltweit die erste sein, die in den kommenden zwölf Monaten wieder eine Lockerung der Geldpolitik erlebt“, meint Schroders-Fondsmanager Pablo Riveroll. Er bevorzugt daher lateinamerikanische Aktien weiter gegenüber anderen Emerging Markets: „Zinssenkungen würden die Wirtschaft und das Gewinnwachstum der Unternehmen beflügeln, und die Bewertungen sind in den meisten Märkten immer noch attraktiv.“

Riveroll ist für einen der Top-Fonds im aktuellen Crashtest verantwortlich. Der Schroder Latin American belegt den zweiten Platz in der Gesamtwertung, in der Risiko-Unterkategorie Stresstest schlägt er sogar sämtliche Konkurrenten. Dazu muss man allerdings anmerken, dass ein Lateinamerika-Fonds grundsätzlich nichts für schwache Nerven ist, auch nicht der Schroders-Fonds. So liegt beispielsweise die Fünf-Jahres-Volatilität bei allen 19 Fonds im Test im hohen 20er-Bereich.

 

 

 

Riveroll agiert zusammen mit Co-Manager Tom Wilson als fundamentaler Stockpicker. „Wir bevorzugen dabei nicht grundsätzlich einen Anlagestil oder bestimmte Unternehmensgrößen, da diese in unterschiedlichen Marktphasen ihre Stärken ausspielen“, so Riveroll. 45 Werte sind derzeit im Portfolio.

Die regionale Verteilung entspricht der typischen Zusammensetzung von Lateinamerika-Fonds. Die Region umfasst zwar rund 20 eigenständige Staaten, Aktienanleger kennen davon aber eigentlich nur zwei: Brasilien und Mexiko. Diese dominieren auch im Schroders-Fonds mit etwa 60 und knapp 30 Prozent und haben damit eine ähnliche Gewichtung wie im Regionen-Index MSCI EM Latin America. „Wir haben aber auch attraktive Bottom-up-Chancen in Peru, Chile und Argentinien gefunden“, so Riveroll.

Übergewichtet hat er derzeit auf den Heimatmarkt fokussierte brasilianische Unternehmen, denen die zyklische Erholung zugutekommt. Und ebenso mexikanische Industrietitel, die davon profitieren, dass US-Firmen ihre Produktion im Rahmen des Nearshoring-Trends der vergangenen Jahre statt in die Ferne lieber ins nahe Ausland verlagern.

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Eine noch bessere Gesamtbilanz weist der Siegerfonds DWS Invest Latin American Equities auf. Insbesondere bei der Performance ragt er heraus. Über fünf Jahre ist diese fast doppelt so hoch wie beim Schroders-Fonds, der hier den zweitbesten Wert erzielt. Aber auch über kürzere Zeiträume liefert der Fonds überzeugende Zahlen, der Fondsmanager-Wechsel scheint sich nicht negativ ausgewirkt zu haben.

2020 verließ das für den Fonds verantwortliche Trio die DWS in Richtung der brasilianischen Itaú Asset Management. Und der Fonds ging quasi hinterher, allerdings an den US-Ableger Itaú USA Asset Management, der seitdem als Berater für den DWS-Fonds agiert. Dort übernahm Scott Piper das Fondsruder. Das ehemals verantwortliche Trio stand ihm aber ein Jahr lang als Co-Manager zur Seite. Da ihre Investmentphilosophien gut zueinander passten, hat sich die Fondsstrategie nach Angaben der DWS nicht wesentlich verändert. Itaú Asset Management gehört zur Itaú Unibanco Holding, ein Schwergewicht unter den lateinamerikanischen Unternehmen, dessen Aktie nicht nur im DWS-Fonds unter den Top-Ten-Positionen zu finden ist. 

 

Das Team um Scott Piper kümmert sich neben dem DWS-Fonds auch um den Nordea Latin America Fund, der den fünften Platz im Crashtest belegt. Der Investmentprozess ist der gleiche, das DWS-Portfolio ist allerdings mit 30 bis 40 Unternehmen stärker konzentriert. Das Bottom-up-Research ist mit einem Top-down-Ansatz kombiniert. Im Fokus stehen Unternehmen, die vom langfristigen Wachstumstrend oder von starken zyklischen Treibern profitieren.

Aber nicht nur die Dynamik muss stimmen, auch eine attraktive Bewertung und verhaltene Sentiment-Indikatoren sind wichtige Auswahlfaktoren. Small und Mid Caps wurden während des Zinsanstiegs abverkauft, dürften aber im Zuge wachsender Zinssenkungserwartungen wieder an Gewicht im Fonds gewinnen. Neben Brasilien und Mexiko, die das Portfolio mit knapp 90 Prozent dominieren, hat Piper vor allem die Andenmärkte Chile, Peru und Kolumbien im Blick, und auch in Argentinien investiert sein Team mitunter.

 

 

 

Platz 3 im Crashtest geht an den JPM Latin America Equity. Fondsmanager Luis Carrillo setzt auf ein Portfolio aus 50 bis 70 Aktien, in dem er stets Nebenwerte gegenüber dem MSCI EM Latin America übergewichtet hat. Er unterteilt das Portfolio in strategische Bereiche mit unterschiedlichem Risiko-Rendite-Profil. Ersteres nennt er „Premium“. Es besteht aus Unternehmen, die sehr solide Erträge für ihre Aktionäre liefern und aufgrund eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils auch in der Lage sind, dies sehr langfristig zu tun. Als ein Beispiel hierfür nennt er den brasilianischen Elektrotechnikkonzern WEG. Diese eher konservativen Titel machen etwa 22 Prozent des Portfolios aus.

Einen deutlich größeren Anteil mit über 40 Prozent hat das Segment „Qualität“. Auch von den dort versammelten Unternehmen erwartet Carrillo gute Erträge, aber nicht unbedingt auf ganz so lange Sicht. Die brasilianische Autovermietung Localiza ist eine Top-Ten-Position im Fonds, die in diese Kategorie fällt. Unternehmen mit einem höheren Chance-Risiko-Profil wie das Öl-Schwergewicht Petrobras runden das Portfolio ab.

Während Finanz- und Industrietitel deutlich übergewichtet sind und mehr als die Hälfte des Portfolios ausmachen, sind insbesondere Rohstoffe untergewichtet. Aus regionaler Sicht hat Carrillo neben Brasilien und Mexiko derzeit Chile und Peru im Portfolio, aber auch kleine Positionen in Uruguay und Panama.

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