China hat den Export von seltenen Erden drastisch eingeschränkt. Das sorgt an den Märkten für Unruhe. Seltene Erden stecken in einer Vielzahl an Produkten, darunter Smartphones, Elektroautos, Windkraftanlagen, Medizingeräte, aber auch Waffensystemen. „Alternative Bezugsquellen für seltene Erden liegen noch in weiter Ferne“, sagt Volker Kurr, Europa-Chef bei L&G. Die USA haben Milliarden-Investitionen in australische Förderprojekte angekündigt – bis große Mengen abgebaut werden können, dürfte es allerdings noch Jahre dauern.

Bei Rohstoffen werden Knappheit, Sicherheit und Strategie zu den bestimmenden Themen, heißt es auch in einem Ausblick von Wisdomtree. Der Markt habe in diesem Jahr „beispiellose politische Veränderungen durchlaufen“. Rohstoffe hätten sich aber trotz aller Verwerfungen – darunter weltweite Konflikte, Handelsstreits und Zölle – als widerstandsfähig erwiesen.

Tiefgreifende Veränderungen treiben die Nachfrage nach Rohstoffen 

Die Aussichten, etwa für Industriemetalle, „werden durch tiefgreifendere, längerfristige Faktoren gestützt“, heißt es in der Wisdomtree-Analyse. Dazu zählen:

  • KI und Rechenzentren: Stromverbrauch soll bis 2030 massiv steigen
  • Energiewende: Erneuerbare Technologien benötigen große Metallmengen
  • Aufrüstung: EU-Militärbudgets treiben Kupfer- und Aluminiumnachfrage

Auch der schwache US-Dollar sei hilfreich, denn in lokalen Währungen werden Rohstoffe billiger, was die weltweite Nachfrage ankurbele. Davon profitieren besonders Schwellenländer. Zudem führe der schwächere US-Dollar dazu, dass Rohstoffe als Inflationsabsicherung an Bedeutung gewinnen.

Alternative Förderquellen und Recycling gewinnen an Bedeutung

Jürgen Brückner, Portfoliomanager bei FV Frankfurter Vermögen, hält zwei Dinge für entscheidend: Erstens wird es für Staaten und Unternehmen immer wichtiger, sich bei der Beschaffung von Rohstoffen, etwa den genannten seltenen Erden, breiter aufzustellen. Davon dürften Firmen mit Zugang zu alternativen Förderquellen – etwa in Australien, Kanada oder Afrika – sowie Anbieter von Recycling- und Aufbereitungstechnologien profitieren. „Zweitens dürfte die zunehmende staatliche Kontrolle über Exportströme zu anhaltend höheren Preisen für seltene Erden führen“, sagt Brückner.

Anleger, die auf den Bereich setzen wollen, könnten ihrem Portfolio spezialisierte Fonds oder Rohstoff-ETFs aus dem Bereich strategische Metalle, Energieeffizienz oder Elektrifizierung beimischen – müssten allerdings auch mit stärkeren Schwankungen rechnen. Viele Rohstofffonds und -ETFs investieren dagegen breit gestreut in eine Vielzahl von Branchen – von Edelmetallen und Industriemetallen über Energie- bis hin zu Agrarrohstoffen. Da Rohstoffinvestments insgesamt als volatil gelten, kann eine breite Streuung helfen, Risiken zu senken.

Unser Ranking zeigt die besten Aktienfonds der Kategorie „Rohstoffe gemischt“. ETFs haben es nicht unter die Top Ten geschafft. Ausschlaggebend war die Wertentwicklung über fünf Jahre (Stand: 27. Oktober 2025).