Jim O'Neill, BRIC-Erfinder <br> und Chefvolkswirt bei Goldman Sachs

Jim O'Neill, BRIC-Erfinder
und Chefvolkswirt bei Goldman Sachs

Die besten Fonds seit dem Beginn des Bric-Zeitalters – Wie geht’s weiter?

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Am 1. Oktober 2003 veröffentlicht Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jim O’Neill seine Studie „Dreaming with the Brics“, in der er die für dieses Kürzel stehenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China zu künftigen wirtschaftlichen Superstars kürt. Da passt es ins Bild, dass der von jenem Tag an gerechnet erfolgreichste Investmentfonds zu fast 75 Prozent auf einen
dieser vier Superstars setzt.

Spitzenreiter über alle Kategorien: Blackrock Latin American

Will Landers

Ein Plus von 369,5 Prozent, das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 52,8 Prozent – lateinamerikanische Aktien haben sieben goldene Jahre hinter sich. Wobei ein Großteil des Zuwachses auf das Bric-Land Brasilien entfällt, das im Regionen-Index MSCI Latin America mit rund 70 Prozent gewichtet ist.

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Trotz dieses ohnehin vorhandenen Übergewichts hat sich Will Landers nie gescheut, dem Ganzen noch eins obendrauf zu setzen. Mit einem Brasilien-Anteil von 75 Prozent ist sein Blackrock Latin American (WKN: 987139) im Grunde genommen ein Bric-Fonds ohne Russland, Indien und China. Und doch: Den Erfolg darauf zu beschränken, wäre zu kurz gedacht. Der vierstufige Investmentprozess, mit dessen Hilfe das Blackrock-Team aus rund 2.000 Einzeltiteln 60 bis 80 Werte herauspickt, hat sich bewährt. Seit 2007 stellt Landers seine Stockpicker-Qualitäten auch im deutlich fokussierteren Blackrock Latin American Opportunities (WKN: A0MR7A) unter Beweis.

DER-FONDS-Prognose: Latino-Fans sind bei Landers gut aufgehoben – das deutlich niedrigere Volumen spricht aber für den Opportunities-Fonds.

Sieger bei Schwellenländer-Fonds: Aberdeen Global Emerging Markets Devan Kaloo Wenn Devan Kaloo auf das Thema Bric angesprochen wird, leuchten seine Augen nur bei den Buchstaben B und I: Der Manager des Aberdeen Global Emerging Markets (WKN: 769088) ist sowohl in China als auch in Russland deutlich untergewichtet, weil er in beiden Ländern eine investorenfreundliche Unternehmenskultur vermisst und zudem viele Aktien für zu teuer hält. Titel aus Brasilien und Indien machen dagegen in seinem ansonsten breit gestreuten Portfolio zusammen mehr als 30 Prozent aus.

Der Performance hat der Verzicht nicht geschadet: Kein anderer Manager eines globalen Schwellenländerfonds erzielte seit Oktober 2003 ein besseres Ergebnis. Außer seinem konsequenten und mitunter antizyklischen Investmentansatz kommt Kaloo zugute, dass er auf ein sehr erfahrenes, derzeit 37 Mitarbeiter umfassendes Team zurückgreifen kann. Weiterer Pluspunkt: die mit 15 bis 25 Prozent pro Jahr sehr niedrige Umschlagshäufigkeit des Portfolios.

DER-FONDS-Prognose: Auch künftig ein Top-Angebot für jeden, der das Thema Schwellenländer nicht auf vier Buchstaben reduzieren möchte.

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