Sven Stoll
11.03.2024

Mehr als 100 Prozent in fünf Jahren Die besten Fonds und ETFs für europäische Aktien

Junge Frau mit Eurofahne spaziert am Eiffelturm vorbei
Junge Frau mit Eurofahne spaziert am Eiffelturm vorbei: Europäische Aktien glänzen derzeit mit tieferen Bewertungen als US-Titel.
© Sven Stoll mit Canva KI

Europäische Aktien haben an der Börse einen schweren Stand, denn sie gehörten in den vergangenen Jahren nicht zu den bevorzugten Anlagezielen der Investoren. Die Erholung nach der Finanzkrise verlief auf dem alten Kontinent deutlich schleppender als in Übersee. Dies hat zu einem Bewertungsabschlag europäischer Aktien geführt, der derzeit besonders markant ist. Der Abstand zu US-Aktien hat sich im Zeitablauf immer weiter vergrößert. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Stoxx Europe 600 liegt derzeit bei rund 14, das des S&P 500 bei rund 25. Damit liegt Europa auch unter dem historischen Durchschnitt.

Was Europa von Amerika unterscheidet

In Europa mit hoher Lebensqualität und großzügigen Sozialleistungen leben, in Amerika investieren und hohe Renditen einstreichen: Das war in den vergangenen Jahren eine durchaus angenehme Gleichung. Denn mit dem amerikanischen Index S&P 500 konnte man sein Geld in zehn Jahren verdreifachen, mit dem europäischen Pendant, dem Stoxx Europe 600, nicht einmal verdoppeln.

Worauf sind diese Unterschiede und die daraus resultierende Unterbewertung europäischer Aktien zurückzuführen?

Der offensichtlichste Grund ist das Fehlen großer Technologiewerte in Europa und die Dominanz der USA im Technologiesektor, insbesondere im derzeit so gehypten Bereich der künstlichen Intelligenz. Vor allem die Magnificent Seven, zu denen beispielsweise Apple, Nvidia oder Microsoft gehören, waren zuletzt die Haupttreiber der Hausse an den US-Kapitalmärkten. „Wir haben zwar noch ASML und SAP, aber danach wird es dünn“, sagt Harald Kober, Fondsmanager bei der Erste Asset Management.

Trotz der schwierigen Lage an den europäischen Börsen lohnt sich ein genauerer Blick auf die Region. Reinhardt Pfingsten, Anlagechef der Apobank, betont, dass die Lage besser ist, als es auf den ersten Blick scheint, und dass es im weiteren Jahresverlauf durchaus zu einer Trendwende kommen könnte. Die europäische Wirtschaft profitiere auch von der robusten Konjunktur in den USA, und eine mögliche Erholung in China dürfte sich ebenfalls positiv auswirken. Darüber hinaus könnten die niedrigen Erwartungen an das Wirtschaftswachstum übertroffen werden. Hinzu kommen die vergleichsweise günstigen Bewertungen an den europäischen Aktienmärkten.

 

Granolas: Europäische Alternative zu den US-Riesen

Kurspotenzial für europäische Aktien sehen auch die Experten von Goldman Sachs. Unter dem Synonym „Granolas“ hat die Wall-Street-Bank eine Auswahl großkapitalisierter Top-Unternehmen zusammengestellt, die es in puncto Performance mit den „Magificent Seven“ aufnehmen, die aber dennoch mit einem Abschlag gegenüber den US-Giganten gehandelt werden. Die Kursperformance der Granolas liegt seit Anfang 2021 mit 65 Prozent Plus auf Augenhöhe zu den Magnificent Seven. Die Schwankungen waren dabei allerdings deutlich niedriger.

Granolas ist ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben der elf Unternehmen GSK, Roche, ASML, Nestlé, Novartis, Novo Nordisk, L’Oréal, LVMH, Astra Zeneca, SAP und Sanofi zusammensetzt.

Gemeinsam ist den Unternehmen, dass sie über starke Eigenschaften verfügen, die sich auch in einer Rezession bewähren: starkes Gewinnwachstum, geringe Volatilität sowie hohe und stabile Margen und Bilanzen. Zusammen haben die elf europäischen Stars eine Marktkapitalisierung von 3 Billionen US-Dollar, was dem Marktwert von Microsoft entspricht. Ein spezielles Produkt auf die europäischen „Granolas-Aktien“ gibt es allerdings noch nicht.

Die wichtigsten Aktienindizes in Europa sind:

  • Euro-Stoxx 50: Der Aktienindex setzt sich aus den 50 großen, börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets zusammensetzt. Er gilt als eines der führenden Börsenbarometer Europas. Zu unterscheiden ist er vom Stoxx Europe 50, der auch europäische Unternehmen außerhalb der Eurozone enthält.
  • Stoxx-Europe 600: Ein Aktienindex, der die 600 größten Unternehmen in Europa nach Marktkapitalisierung umfasst, darunter Unternehmen aus der Eurozone sowie aus anderen europäischen Ländern.
  • FTSE 100: Der Financial Times Stock Exchange Index ist der wichtigste britische Börsenindex. Die Abkürzung FTSE steht für Financial Times Stock Exchange. Der FTSE 100 bildet die kumulierte Kursentwicklung der 100 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der London Stock Exchange ab.
  • Dax: Der Frankfurter Börsenindex ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er misst die Wertentwicklung der derzeit 40 größten und liquidesten Unternehmen am deutschen Aktienmarkt und repräsentiert rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung der börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland.
  • CAC 40: Französischer Leitindex der 40 größten französischen Aktiengesellschaften, die an der Pariser Börse gehandelt werden. CAC steht für Cotation Assistée en Continu.
  • Ibex 35: Der Aktienindex spiegelt die Wertentwicklung der 35 wichtigsten spanischen Unternehmen wider. Er wurde am 14. Januar 1992 eingeführt und ist im Gegensatz zum Dax ein Kursindex, Dividenden werden nicht berücksichtigt.

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Diese Aktienindizes dienen als wichtige Referenzpunkte für Investoren, um die Performance des europäischen Aktienmarktes zu verfolgen und zu analysieren.

Renditestarke Optionen für den europäischen Markt

Einen einfachen Zugang zu europäischen Aktien bieten Indexfonds (ETFs) oder aktiv gemanagte Fonds. Die Entscheidung zwischen passiven ETFs und aktiven Fonds ist abhängig von den individuellen Investitionszielen, der Risikoneigung und der Überzeugung, dass aktive Fondsmanager den Markt langfristig schlagen können. Für den europäischen Markt haben wir eine Auswahl renditestarker ETFs und Fonds zusammengestellt. Hier findest du jeweils fünf spannende und vielversprechende Möglichkeiten, um von den Chancen des europäischen Aktienmarktes zu profitieren. Mit dem besten ETF war in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 82 Prozent möglich. Das sind fast 13 Prozent pro Jahr. Der beste aktiv gemanagte Fonds schaffte sogar ein Plus von mehr als 100 Prozent.

Fünf Top-Europa-ETFs:

Fünf Top-Europafonds:

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir die renditestarken ETFs und Fonds im Detail. Wir untersuchen ihre Leistung in den vergangenen fünf Jahren, analysieren ihre größten Positionen und vergleichen ihre Performance mit dem entsprechenden Index. Erfahre mehr über diese erfolgreichen Anlagemöglichkeiten!

Stand der Daten: 06. März 2024 

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