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Vergabe der FNG-Siegel 2022 Die besten nachhaltigen Fonds

Nachhaltige Geldanlage
Nachhaltige Geldanlage: Das FNG-Siegel hilft Fondsanlegern bei der Auswahl | Foto: Imago Images / Panthermedia

Das seit 2015 jährlich vergebene FNG-Siegel soll es ermöglichen, nachhaltige Produkte einfach zu erkennen – so wie Bio-Gütesiegel bei Lebensmitteln. Die in diesem Jahr ausgezeichneten 257 Fonds verwalten ein Vermögen von insgesamt 120 Milliarden Euro, zum ersten Mal sind auch nachhaltige ETFs dabei. Beworben hatten sich 102 Anbieter aus 14 Ländern mit 281 Fonds. Das sind deutlich mehr als im vorigen Jahr, als 73 Fondshäuser mit 177 Produkten die Auszeichnung anstrebten.

Im Frühjahr 2021 trat zwar die EU-Offenlegungsverordnung zur Transparenz von Nachhaltigkeit bei Finanzprodukten in Kraft. Jeder Fondsanbieter deklariere seine Produkte danach aber quasi selbst, sagt Roland Kölsch, Geschäftsführer der QNG, die als Tochter des Forum Nachhaltige Geldanlagen für das FNG-Siegel zuständig ist. „Über Nacht wurden viele existierende, konventionelle Produkte zu Nachhaltigkeitsfonds“, so Kölsch.


Angesichts dieser Angebotsschwemme sei eine externe und unabhängige Prüfung umso wichtiger, um der Gefahr des Greenwashings entgegen zu treten. Für die Prüfung der Fonds ist ein Team der Universität Hamburg zuständig, die Universität Kassel unterstützt dabei. Zudem begleitet ein unabhängiges Fachkomitee den Prüfprozess. Die Tatsache, dass gerade mal 10 Prozent des massiv gewachsenen Angebots nachhaltiger Anlageprodukte das FNG-Siegel tragen, unterstreiche den hohen Anspruch des Gütezeichens.

Wer das Basis-FNG-Siegel für seinen Fonds bekommen will, muss einen Mindeststandard erreichen. Es gilt, Transparenzkriterien einzuhalten und auf Arbeits- sowie Menschenrechte, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung gemäß den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen zu achten. Das Produkt muss zudem explizit eine Nachhaltigkeitsstrategie haben. Und der Anbieter muss alle Unternehmen, deren Papiere im jeweiligen Fonds sind, auf Nachhaltigkeitskriterien hin analysieren. Verboten sind Investitionen in Atomkraft, Kohlebergbau, Fracking und Ölsande, Tabak sowie Waffen und Rüstung. Die Kriterien werden regelmäßig angepasst. So ist in diesem Jahr der Anteil der Kohleverstromung, den ein Unternehmen höchstens aufweisen darf, von 25 auf 10 Prozent gesenkt worden, um das Thema CO2 und Klimaschutz besser zu berücksichtigen.


Wer einen, zwei oder gar drei Sterne bekommen will, muss mehr liefern und sich in den Bereichen „institutionelle Glaubwürdigkeit“, „Produktstandards“ und „Portfoliofokus“ besonders hervorheben. Der Prüfprozess geht also weit über eine reine Portfoliobetrachtung hinaus. Je vielschichtiger und intensiver ein Fonds auf den verschiedenen Ebenen im Sinne der Nachhaltigkeit aktiv sei, umso höher sei seine Nachhaltigkeitsqualität und das Potenzial, letztendlich indirekten und direkten Impact, also eine positive Wirkung, zu erzielen, erläutert Kölsch.

Die Liste der 257 Fonds, die das FNG-Siegel tragen dürfen, darunter 66 Produkte mit drei Sternen, gibt es hier: fng-siegel.org.

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