In den vergangenen drei Jahren hatten Investoren wenig Freude an chinesischen Aktien. Auch Chinas Nebenwerte fuhren herbe Verluste ein. 2023, als Small Caps aus den globalen und asiatischen Schwellenländern deutlich ins Plus drehten, rutschte der MSCI China Small Cap Index nochmals über 20 Prozent weiter nach unten. Das hat auch der Matthews Asia Small Companies Fund zu spüren bekommen, der chinesische Aktien schon seit drei Jahren deutlich im Übergewicht hat. Über die vergangenen zwölf Monate hängt der Fonds der auf Asien fokussierten Investmentgesellschaft Matthews Asia seiner Benchmark, dem MSCI AC Asia ex Japan Small Cap Index, deutlich hinterher.

Trichter Aktienfonds Small Caps Südostasien

Rang Fondsname ISIN Punkte Gesamt Punkte Performance Punkte Stresstest Punkte Aktives Management Performance 5 Jahre Maximaler Verlust 5 Jahre Fondsvolumen in Mio EUR
1 Matthews Asia Small Companies USD LU0871673728 71 19 25 27 76,28 30,48 169
2 JOHCM Asia ex-Japan Small & Mid Cap GBP IE00B6R63P81 67 16 27 24 44,76 24,84 24
3 Allianz Asian Small Cap Equity USD LU1055786526 58 18 10 30 57,42 41,83 111
4 Axa Asia Pacific Ex-Japan Small Cap Equity USD IE0004334029 51 23 7 21 48,12 42,45 116
5 Fidelity Asian Smaller Companies EUR LU0702159772 44 18 13 13 35,19 37,87 1,194

>>Zum Gesamt-Ranking des Crashtests mit 8 weiteren Fonds    

Im längerfristigen Blick zurück über fünf Jahre sieht dies jedoch ganz anders aus. Er hat nicht nur seine Benchmark und seine Mitstreiter-Fonds bei der Performance abgehängt, sondern liefert zudem Top-Werte in den anderen Kriterien unseres Crashtests und schiebt sich damit an die Spitze unserer aktuellen Auswertung zu asiatischen Nebenwertefonds.

 

 

Gutes Stockpicking in China hat geholfen, die Auswirkungen des Übergewichts abzufedern. So konnten wir gut positioniert bleiben für die Erholung, die wir für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erwarten“, sagt Fondsmanager Vivek Tanneeru. An der Übergewichtung will er festhalten: „Wir denken, China und in geringerem Maße auch Indien sind die einzigen beiden Märkte außerhalb der USA, in denen Small Caps das Potenzial haben, ihre Einnahmen in sehr kurzer Zeit zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Es sind die größten Wachstumsmaschinen der Welt.“

China inklusive Hongkong sowie Indien machen üblicherweise 40 bis 70 Prozent des Fondsportfolios aus, derzeit sind es rund 65 Prozent. Die ebenfalls größeren Märkte Südkorea und Taiwan, laut Tanneeru das „Epizentrum der Künstlichen Intelligenz“, sind aktuell untergewichtet. „Trotzdem haben wir die KI-Revolution im Fonds umfassend gespielt, was einen soliden Performancebeitrag geliefert hat“, betont Tanneeru. Spannende Wachstumstitel findet er zudem in Vietnam und Indonesien.

Zwei Themen prägen den Fonds, zu denen Tanneeru gut gemanagte, vom Markt unterschätzte Firmen mit Aufwertungspotenzial sucht: Konsum und Innovation. Die Kaufkraft in der Region wächst rasant. „Große multinationale Konsumunternehmen können erfolgreich sein, aber kleinere lokale Firmen sind besser darin, Handels- und Verbrauchertrends zu erkennen und entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln“, so Tanneeru. Ein Beispiel hierfür sei Shriram Finance, mit über 6 Prozent die größte Position im Fonds. Die indische Nichtbanken-Gesellschaft ist auf die Finanzierung von Zweirädern, gebrauchten Lastwagen und Kleinstunternehmen fokussiert.

Asien ist mittlerweile eine führende Kraft bei Innovationen. Investitionen in Bildungsinfrastruktur haben ein großes Angebot an gut ausgebildeten, zunehmend produktiven Arbeitskräften geschaffen. „In der Folge ist die Zahl innovativer Firmen am Markt geradezu explodiert“, sagt Tanneeru. Dazu zählt er beispielsweise Legend Biotech aus China. Das führende Unternehmen in Zelltherapie und Immun-Onkologie ist eine der Top-Ten-Positionen im Fonds.

 

 

 

Auch der zweitplatzierte Fonds im Crashtest, der JOHCM Asia ex Japan Small and Mid Cap der britischen Gesellschaft JO Hambro, hat in den vergangenen zwölf Monaten weniger stark geglänzt als in den Vorjahren. Schuld an der schwächeren Performance waren ebenfalls enttäuschte Hoffnungen auf eine Erholung in China. Zudem hatte sich das Team um Cho-Yu Kooi, die den Fonds seit Auflegung 2011 managt, im Tech-Sektor verschätzt. „Wir hatten erwartet, dass sich der Sektor erst Anfang 2024 erholt und wollten unsere Positionen in Taiwan in der zweiten Hälfte 2023 ausbauen. Die Einführung von Chat GPT Anfang 2023 hat Tech-Werte jedoch früher steigen lassen“, sagt Kooi.