13 Fonds für südostasiatische Nebenerte im Crashtest
13 Fonds im CrashtestDiebestenNebenwerte-FondsfürSüdostasien
An Chinas Aussichten scheiden sich die Geister, die Wachstumskraft Asiens ist jedoch nicht zu stoppen. Der aktuelle Crashtest zeigt, welche Nebenwerte-Fonds die Chancen der Region in den vergangenen Jahren am besten genutzt haben.
Ausstellung in Shanghai zum Thema künstliche Intelligenz: Viele kleinere Unternehmen in Südostasien profitieren von den jüngsten
Fortschritten.| Bildquelle: Imago Images / VCG
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In den vergangenen drei Jahren hatten Investoren wenig Freude an chinesischen Aktien. Auch Chinas Nebenwerte fuhren herbe Verluste ein. 2023, als Small Caps aus den globalen und asiatischen Schwellenländern deutlich ins Plus drehten, rutschte der MSCI China Small Cap Index nochmals über 20 Prozent weiter nach unten. Das hat auch der Matthews Asia Small Companies Fund zu spüren bekommen, der chinesische Aktien schon seit drei Jahren deutlich im Übergewicht hat. Über die vergangenen zwölf Monate hängt der Fonds der auf Asien fokussierten Investmentgesellschaft Matthews Asia seiner Benchmark, dem MSCI AC Asia ex Japan Small Cap Index, deutlich hinterher.
Im längerfristigen Blick zurück über fünf Jahre sieht dies jedoch ganz anders aus. Er hat nicht nur seine Benchmark und seine Mitstreiter-Fonds bei der Performance abgehängt, sondern liefert zudem Top-Werte in den anderen Kriterien unseres Crashtests und schiebt sich damit an die Spitze unserer aktuellen Auswertung zu asiatischen Nebenwertefonds.
„Gutes Stockpicking in China hat geholfen, die Auswirkungen des Übergewichts abzufedern. So konnten wir gut positioniert bleiben für die Erholung, die wir für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt erwarten“, sagt Fondsmanager Vivek Tanneeru. An der Übergewichtung will er festhalten: „Wir denken, China und in geringerem Maße auch Indien sind die einzigen beiden Märkte außerhalb der USA, in denen Small Caps das Potenzial haben, ihre Einnahmen in sehr kurzer Zeit zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Es sind die größten Wachstumsmaschinen der Welt.“
China inklusive Hongkong sowie Indien machen üblicherweise 40 bis 70 Prozent des Fondsportfolios aus, derzeit sind es rund 65 Prozent. Die ebenfalls größeren Märkte Südkorea und Taiwan, laut Tanneeru das „Epizentrum der Künstlichen Intelligenz“, sind aktuell untergewichtet. „Trotzdem haben wir die KI-Revolution im Fonds umfassend gespielt, was einen soliden Performancebeitrag geliefert hat“, betont Tanneeru. Spannende Wachstumstitel findet er zudem in Vietnam und Indonesien.
Zwei Themen prägen den Fonds, zu denen Tanneeru gut gemanagte, vom Markt unterschätzte Firmen mit Aufwertungspotenzial sucht: Konsum und Innovation. Die Kaufkraft in der Region wächst rasant. „Große multinationale Konsumunternehmen können erfolgreich sein, aber kleinere lokale Firmen sind besser darin, Handels- und Verbrauchertrends zu erkennen und entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln“, so Tanneeru. Ein Beispiel hierfür sei Shriram Finance, mit über 6 Prozent die größte Position im Fonds. Die indische Nichtbanken-Gesellschaft ist auf die Finanzierung von Zweirädern, gebrauchten Lastwagen und Kleinstunternehmen fokussiert.
Asien ist mittlerweile eine führende Kraft bei Innovationen. Investitionen in Bildungsinfrastruktur haben ein großes Angebot an gut ausgebildeten, zunehmend produktiven Arbeitskräften geschaffen. „In der Folge ist die Zahl innovativer Firmen am Markt geradezu explodiert“, sagt Tanneeru. Dazu zählt er beispielsweise Legend Biotech aus China. Das führende Unternehmen in Zelltherapie und Immun-Onkologie ist eine der Top-Ten-Positionen im Fonds.
Auch der zweitplatzierte Fonds im Crashtest, der JOHCM Asia ex Japan Small and Mid Cap der britischen Gesellschaft JO Hambro, hat in den vergangenen zwölf Monaten weniger stark geglänzt als in den Vorjahren. Schuld an der schwächeren Performance waren ebenfalls enttäuschte Hoffnungen auf eine Erholung in China. Zudem hatte sich das Team um Cho-Yu Kooi, die den Fonds seit Auflegung 2011 managt, im Tech-Sektor verschätzt. „Wir hatten erwartet, dass sich der Sektor erst Anfang 2024 erholt und wollten unsere Positionen in Taiwan in der zweiten Hälfte 2023 ausbauen. Die Einführung von Chat GPT Anfang 2023 hat Tech-Werte jedoch früher steigen lassen“, sagt Kooi.
Im ersten Quartal 2024 liegt der Fonds schon wieder vor der Benchmark, und Taiwan ist mittlerweile deutlich übergewichtet. „Für die KI-Technologie muss zunächst die Infrastruktur geschaffen werden. Der taiwanesische Markt ist reich an Unternehmen, die die erforderlichen elektronischen Komponenten für KI-Rechenzentren herstellen“, begründet Kooi. Zu den Top-Ten-Positionen gehören unter anderem M31 Technology und E-Memory Technology.
China hingegen ist leicht untergewichtet. Kooi: „In der zweiten Jahreshälfte 2023 haben wir erkannt, dass unser Optimismus für eine robuste wirtschaftliche Trendwende in China nicht länger realistisch ist. Allerdings sind die Bewertungen sehr niedrig.“ In Indien, ebenfalls leicht untergewichtet, schätzt sie die Lage andersherum ein: „Wir mögen die langfristigen Aussichten des Landes, die Bewertungen sind aber sehr hoch. Wenn sich Möglichkeiten bieten, kaufen wir zu.“ Koreanische Titel sind aufgrund der nach wie vor schlechten Corporate Governance der Unternehmen im Fonds grundsätzlich kaum vertreten.
Der dritte Platz im Crashtest geht an Allianz Global Investors. Der Allianz Asian Small Caps Equity hat in den vergangenen zwölf Monaten eine deutlich bessere Performance erzielt als die anderen beiden Fonds. Im April 2023 hat Yu Zhang den Fonds übernommen. Zuvor managte er asiatische Dividendenstrategien bei Matthews Asia. An der Fondsstrategie hat Zhang nichts geändert. „Wir haben aber unsere Investitionen in Taiwan und Indien ausgebaut“, sagt Zhang. Die beiden Regionen machen über 60 Prozent des Portfolios aus.
„In Taiwan sehen wir einige Unternehmen mit starker Marktposition in IT-Hardware-Nischen, die von KI-basierten Anwendungen profitieren. In Indien liefern insbesondere strukturelle Trends wie eine vorteilhafte Demografie nachhaltige Wachstumsaussichten für gut positionierte Unternehmen“, begründet der Bottom-up-Manager. In China hingegen findet er kaum attraktive Werte und entsprechend schwach ist die Gewichtung des Landes im Portfolio.
Zhang setzt auf Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten. Dabei bevorzugt er Firmen, die sich auf ein Geschäftsfeld konzentrieren und dort einen starken Wettbewerbsvorteil und hohen Marktanteil haben. Meist geht es dabei um Nischenmärkte. Gern investiert er zudem in familien- oder gründergeführte Unternehmen.
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