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Tops und Flops Die besten und schlechtesten Fonds im August

Tops und Flops im August
Tops und Flops im August: Die Kapitalmärkte im Überblick. | Foto: Sven Stoll mit Canva

Viele Börsianer verabschieden sich in den Sommermonaten in die Ferien. Dennoch ist an der Börse immer etwas los. Im August standen vor allem drei Ereignisse im Mittelpunkt. Zum einen das Treffen der Brics-Staaten, der Hype um Nvidia und das Treffen der Notenbanker. Beim jährlichen Symposium im beschaulichen Jackson Hole teilen die US-Währungshüter ihre Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit. Doch ob der Zinsgipfel bereits erreicht ist oder nicht, darauf wollten sich weder Fed-Chef Jerome Powell noch EZB-Präsidentin Christine Lagarde festlegen. Der Fed-Chef warnte jedenfalls, dass die Inflation immer noch zu hoch sei. Wenn sich das nicht ändere, werde man die Leitzinsen weiter erhöhen. Und zwar so lange, „bis wir überzeugt sind, dass sich die Inflation nachhaltig in Richtung unseres Ziels bewegt“.

Die Brics planen ihre Expansion: Neue Mitglieder ab Januar 2024

Die Chefs der Brics-Staaten trafen sich indes in Südafrika. Die Länder haben schon heute ein erhebliches wirtschaftliches Gewicht. Ihr Anteil am weltweiten kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im vergangenen Jahr bereits mehr als 31 Prozent - Tendenz steigend. Im Jahr 2022 exportierten sie Güter im Wert von über 5 Billionen US-Dollar.

Zum 1. Januar 2024 soll die 2006 gegründete Kooperation der Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika um den Iran, Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Äthiopien und Argentinien erweitert werden. Ob das Bündnis der Dominanz westlicher Industriestaaten ernsthaft entgegentreten kann, bleibt abzuwarten. Angesichts der anhaltenden Konflikte zwischen den USA und China sowie der Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland zeichnet sich jedoch ab, dass die bisherige Form der Globalisierung an ihr Ende gekommen ist.

Diskutiert wurde auch, dass die Brics-Staaten eine eigene, goldgedeckte Währung einführen könnten. Konkrete Pläne wurden auf dem Johannesburg-Gipfel jedoch nicht vorgestellt, und selbst wenn, würde die Einführung einer solchen Währung wohl sehr lange dauern. Die Gründung des Euro hat gezeigt, wie komplex es ist, unterschiedliche Währungsräume zusammenzuführen und - wie der Brexit zeigte - auch wieder zu entflechten. Dem Goldpreis hat die Nachricht jedenfalls nicht sonderlich geholfen. In der Endabrechnung für August steht ein marginales Plus von 0,2 Prozent. Aktuell steht Gold bei 1.938 US-Dollar je Feinunze.

 

Uneinheitliche Performance der Schwellenländern

Die Aktien aus den Schwellenländern gehörten im August zu den schwächeren Anlageklassen. Der MSCI Emerging Markets verlor insgesamt 4,5 Prozent, wobei die Performance in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich ausfiel. Die Börsen in Indien, Indonesien und Saudi-Arabien traten mehr oder weniger auf der Stelle. Spitzenreiter war erneut der türkische Aktienmarkt, der allen Bedenken zum Trotz um fast 10 Prozent zulegte.

Konjunktur in der Türkei überrascht: BNP Paribas Funds Turkey Equity legt weiter zu

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Die türkische Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres überraschend robust gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet. Wachstumstreiber waren staatliche Konjunkturprogramme vor den Wahlen im Mai, aus denen Präsident Recep Tayyip Erdogan als Sieger hervorging. Die Regierung hat in den vergangenen gut eineinhalb Jahren den Mindestlohn verdoppelt und so viel Geld wie noch nie für Sozialleistungen ausgegeben. Das hat dazu geführt, dass viele Türken mehr konsumieren.

Im Juni hatten die Währungshüter unter der neuen Chefin Hafize Gaye Erkan mit der ersten Anhebung des Leitzinses seit langem eine Wende in der Geldpolitik eingeleitet. Zuvor war der Leitzins trotz einer Inflationsrate von bis zu 85 Prozent im Jahr 2022 auf 8,5 Prozent gesenkt worden. Derzeit liegt er bei 25,0 Prozent. Mit der Entscheidung soll ein Prozess sinkender Inflationsraten eingeleitet werden. Nach Angaben der Zentralbank wird die Straffung der Geldpolitik bis zu einer deutlichen Verbesserung der Inflationsaussichten fortgesetzt werden.

Bester Türkei-Fonds im August war der von Burak Oztunc gemanagte BNP Paribas Funds Turkey Equity mit einem Plus von 16,9 Prozent. Über drei Jahre liegt er 157 Prozent im Plus. Der Fondsmanager investiert vor allem in Aktien aus den Sektoren Industrie, Finanzen und Konsum. Größter Einzelwert im Portfolio ist die Einzelhandelskette Bim Birleşik Mağazalar. Diese betreibt Tausende von Geschäften in der Türkei und ist für viele türkische Verbraucher zu einer der beliebtesten Einkaufsstätten geworden.

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