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Hat den größten Quartalsverlust von Deutsche Bank seit mindestens einem Jahrzehnt angekündigt: Deutsche-Bank-Chef John Cryan (Foto: SEBASTIAN DERUNGS/AFP/Getty Images)

Hat den größten Quartalsverlust von Deutsche Bank seit mindestens einem Jahrzehnt angekündigt: Deutsche-Bank-Chef John Cryan (Foto: SEBASTIAN DERUNGS/AFP/Getty Images)

„Die bitteren Pillen kommen zuerst“

Deutsche Bank seit 1957 erstmals ohne Dividende?

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In einer Mitteilung an die Beschäftigten der Bank teilte Cryan mit, die Mitarbeiter würden die Belastungen mittragen, was sich auf die Gestaltung von Jahresendbonuszahlungen auswirken würde. Die Aktie der Deutschen Bank verlor in Frankfurt am Donnerstag in der Spitze bis zu 3,6 Prozent, erholte sich im Laufe des Vormittags jedoch wieder und notierte um 10.06 Uhr (MESZ) 3,1 Prozent im Plus bei 26,28 Euro.

Mit den Abschreibungen macht Cryan, der seit Juli Co-CEO ist, den Weg frei für seine Strategie, die er noch in diesem Monat vorstellen will. Cryan will die Kapitalbasis verstärken und die Ertragskraft erhöhen. Kosten für Regulierung und Compliance-Angelegenheiten haben die Einsparanstrengungen der Bank verblassen lassen.

Die Bank kündigte Abschreibungen von 5,8 Mrd. Euro auf den Geschäfts- oder Firmenwert und bestimmte immaterielle Vermögenswerte in den Bereichen Corporate Banking & Securities und Private & Business Clients an, die vor allem durch höhere Kapitalanforderungen an diese Bereiche bedingt sind. In den Abschreibungen ist auch eine angepasste Erwartung bezüglich des bei einer Veräußerung der Postbank zu erwartenden Erlöses berücksichtigt. Hinzu kommen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 1,2 Milliarden Euro.

Die Abschreibungen und Empfehlung bezüglich der Dividende "müssen in gewisser Weise in den anstehenden Entscheidungen betreffend die variable Vergütung im laufenden Jahr berücksichtigt werden", so Cryan im Memo weiter. Abschließende Entscheidungen bezüglich der Boni seien noch nicht getroffen worden. Er werde sich persönlich für eine fairen Interessenausgleich zwischen Belegschaft und Aktionären stark machen, hieß es darin weiter.

Deutsche Bank hat mindestens seit 1957, als sie nach dem Krieg als zentralisiertes Institut wieder gegründet wurde, ohne Unterbrechung eine Dividende ausgeschüttet. Seit 2008 ist die Dividende nicht gesenkt worden. "Die bitteren Pillen kommen zuerst", kommentierte Sebastian Pigeon, Analyst bei Morningstar Inc., die Ankündigung der Deutschen Bank vom Mittwoch. Erst müssten die schlechten Nachrichten raus, ehe das Treffen mit den Investoren zur Strategieüberprüfung folge.

Details zur Umsetzung der Strategie will die Bank am 29. Oktober vorstellen. An diesem Tag sollen auch die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt werden, hieß es in der Mitteilung.

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