Holger Timmermann

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Die BU-Frage des Monats: Was bringt 2011?

Von Holger Timmermann

Der Jahreszeit angepasst sollte man diese Frage erst beantworten, nachdem man das Jahr 2010 im Rückblick betrachtet hat. Der deutsche BU-Markt boomt und wird in 2010 zweistellig wachsen. Biometrische Risiken speziell zur Absicherung der Arbeitskraft werden fast ausschließlich mit der Sparte Berufsunfähigkeit in Verbindung gebracht. Alternative Absicherungsformen wie „Multirisk-Produkte“ werden vorrangig nur bei ungünstigen Berufsgruppeneinstufungen (BU-Schutz in der Berufsgruppe 3 bis 4 ist sehr teuer) oder medizinischen Vorerkrankungen angeboten.  Auswertungen aus Suchmaschinen wie Google dokumentieren eine ungebrochene Nachfrage (über 29.000 Klicks pro Monat zum Thema BU).

Dabei gerät die absolut notwendige Absicherung der Arbeitskraft mit der nur noch teilweise vorhandenen gesetzlichen Altersvorsorge und der immer wichtiger werdenden Pflegeabsicherung in Konkurrenz. Alle drei Renten – BU-Rente, Altersrente und Pflegerente – werden wohl nur noch vermögende private Haushalte für alle Familienmitglieder in ausreichender Rentenhöhe absichern können.

Diese Tatsache und der Anspruch einer ganzheitlichen Beratung, machen es zukünftig notwendig, ein individuelles Endkunden-Risikomanagement anzubieten, indem der Selbstbehalt im Rahmen der Eigenvorsorge klar definiert werden muss.

Das alles signalisiert auch für das Jahr 2011, dass die BU weiterhin als Champions League zu bezeichnen ist. Wer jedoch künftig als Produktanbieter in dieser Liga mitspielen möchte, benötigt eine eigene BU-Expertise – einige Anbieter sind erst Anfang 2000 in das BU-Geschäft eingestiegen und haben Bedingungswerke und Kalkulationen ohne eigene Erfahrungswerte vom Markt übernommen – und vor allem eine gewisse Bestandsgröße, die es ihm ermöglicht auch eigenständige Kalkulationen durchführen zu können. BU-Versicherer mit weniger als 10.000 Bestandspolicen sind entsprechend abhängig von Rückversicherern und müssen zukünftig auf Verbandstafeln zurückgreifen, die im Vergleich zu den eigenen Tafeln der großen  BU-Anbieter kaum wettbewerbsfähig sein werden.

Um diese und weitere Punkte dreht sich der BU-Jahresrückblick 2010 im Rahmen des nächsten BU-Webinars am 21. Dezember 2010 von 9.30 bis 10.15 h dabei zu sein. Zur Onlineanmeldung geht’s hier. 2011 gibt es wieder BU-Workshops vor Ort. 

Holger Timmermann hat mit dem gesellschaftsunabhängigen HT-Maklerservice bereits vor mehr als 10 Jahren begonnen, Versicherungen beim Produktmanagement in den Bereichen BU und der privaten Altersversorgung zu beraten. In seine BU-Analysesoftware fließen die Antworten von 38 BU-Versicherern zu 60 Berater- und Endkunden-relevanten BU-Fragen. Die so erhaltenen Ergebnisse münden in BU-Empfehlungen in 23 Kategorien beziehungsweise Zielgruppen.

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