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Erstarrte Strukturen Die eigene schöpferische Zerstörung täte vielen Finanzdienstleistern gut

Abrissarbeiten und Neubau rund um das zu erweiternde Bundeskanzleramt in Berlin
Abriss- und Neubauarbeiten rund um das zu erweiternde Bundeskanzleramt in Berlin: Gastautor Christopher Linken wünscht sich mehr Offenheit für Neues unter Finanzdienstleistungsunternehmen. | Foto: imago images/Bernd Elmenthaler

Der Begriff der schöpferischen Zerstörung geht auf den Ökonomen Joseph Schumpeter zurück und gilt als Grundlagenwissen der Wirtschaftswissenschaften. Sein damals evolutionärer Gedanke war, dass die Zerstörung von gewissen Produkten, Prozessen oder Unternehmen notwendig ist, um wirtschaftlichen Wandel voranzutreiben. Diese Innovationen führen dann zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum.

Es liegt daher nur auf der Hand, dass Banken, Vermögensverwalter und andere Finanzinstitute diesen Ansatz bei ihren Investitionen berücksichtigen. Kundengelder oder auch das eigene Vermögen soll gezielt in innovative Unternehmen investiert werden, die die schöpferische Zerstörung vorantreiben. Aber wie sieht es mit der schöpferischen Zerstörung in den eigenen Reihen aus?

Eingefahrene Prozesse bei Finanzdienstleistern

Bei den meisten Finanzdienstleistern haben sich Prozesse etabliert, die zugegebenermaßen über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich funktioniert haben. Doch nicht zuletzt wegen der fortschreitenden Digitalisierung müssen diese Prozesse neu gedacht werden. Denn es haben sich nicht nur die technischen Möglichkeiten verändert, sondern auch die Bedürfnisse der Kunden.

 

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Laut dem KfW-Gründungsmonitor von 2022 ist die Anzahl der Gründerinnen und Gründer unter 40 Jahren deutlich gestiegen. Der Anteil der unter 30-Jährigen erreichte in diesem Jahr sogar einen Rekordwert. Diese auch als Millennials bezeichnete Generation stellt eine der wichtigsten Zielgruppen für Banken und Vermögensverwalter dar.

Die Bedürfnisse und Anforderungen der jungen Leute unterscheiden sich stellenweise jedoch erheblich von denen der meisten aktuellen Kunden. Doch ein ansprechender Internetauftritt, digitale Angebote und nachhaltige Investitionen alleine reichen nicht aus, um diese Kundengruppe für sich zu gewinnen. Um also wirklich junge Menschen über die kommenden Generationen hinweg zu begleiten, muss im eigenen Unternehmen angefangen werden, sich entsprechend aufzustellen. Nur durch eine breite Altersstruktur der Mitarbeitenden kann dies erfolgreich gelingen.

Auf Erfahrungen bauen, aber auch Neues umsetzen

Selbstverständlich erfolgt solch eine Entwicklung nicht über Nacht, und das soll es auch gar nicht. Die bestehende Kundschaft ist das höchste Gut, auf welches Banken und Vermögensverwalter blicken können. Und auch die Erfahrungen etablierter Kolleginnen und Kollegen sind von unschätzbarem Wert. Junge Talente können sich glücklich schätzen, von dem Erfahrungsschatz anderer zu lernen.

Genauso essentiell ist es aber, dass eben jene jungen Talente ihre neuen Ideen und Vorstellungen einbringen und umsetzen können. Dabei sollten Finanzinstitute nicht davor zurückschrecken, gezielt in die Ausbildung ihrer Mitarbeitenden zu investieren. Nur wer dies verinnerlicht, wird den Erfolg der Vergangenheit durch eine Art von schöpferischer Zerstörung in der Zukunft weiterführen können.

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