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Aktualisiert am 27.05.2020 - 18:19 Uhrin AnalysenLesedauer: 5 Minuten

Die große Analyse So steht es um Franklin Templeton und Legg Mason

Firmensitz von Legg Mason in Baltimore, USA: So überragend wie das Haus ist die wirtschaftliche Situation der Fondsgesellschaft nicht ganz.
Firmensitz von Legg Mason in Baltimore, USA: So überragend wie das Haus ist die wirtschaftliche Situation der Fondsgesellschaft nicht ganz. | Foto: imago images / ZUMA Press / Jerry Jackson
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Es fällt auf, dass diese Zahl so offen und oft auftaucht: 2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 1,85 Milliarden Euro. Diesen Schuldenberg trägt die Fondsgesellschaft Legg Mason mit sich herum. Und Konkurrent Franklin Templeton (FT) will ihn übernehmen. „Ja, was denn sonst?“, möchte man da fragen. Schließlich bietet FT den Legg-Mason-Aktionären 50 Dollar je Aktie. Da kann man finanzielle Verpflichtungen nicht einfach aussortieren.

Allerdings liegt es damit auch auf der Hand, sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der beiden Unternehmen einmal anzusehen. Und die weichen erheblich voneinander ab und erklären, warum ausgerechnet der Konkurrent mit dem geringeren Geschäftsvolumen den scheinbar größeren kaufen will. FT betreut nämlich 688 Milliarden Dollar (637 Milliarden Euro), Legg Mason aber 806 Milliarden Dollar (746 Milliarden Euro).

Die jüngste Bilanz stammt bei FT vom 30. September 2019 und bei Legg Mason vom 31. Dezember 2019. Allein die Bilanzsummen weichen enorm voneinander ab. FT hat 14,5 Milliarden Dollar in den Büchern, davon liegen 40 Prozent, also satte 5,8 Milliarden Dollar in Bar-Beständen, das Unternehmen selbst spricht sogar von 8,5 Milliarden Dollar. Was auch erklärt, warum FT die Übernahme ohne Aktientausch oder Kredite stemmen kann. Und warum FT überhaupt in so großem Stil zugreift, schließlich ist zu viel Cash auch nicht gut.

Legg Masons Bilanz kommt auf lediglich 8,0 Milliarden Dollar, wovon 824 Millionen Dollar bar vorliegen. Dagegen sind immaterielle (also nicht greifbare) Werte, zu denen auch Firmenwerte gehören, mit 5,3 Milliarden Dollar eingebucht. Das lässt sich nicht ganz vermeiden, wenn man immer wieder neue Investmenttöchter kauft. Aber ganz solide wirkt es eben nicht.

Das Bild zieht sich auch durch die Passiva. Bei FT sind 73 Prozent der Bilanz mit Eigenkapital unterlegt, bei Legg Mason sind es 48 Prozent.

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