Der Effekt verstärkt sich noch durch die Art der Kunden. Bei FT liegen 72 Prozent des Vermögens bei den gebührenstärkeren Privatanlegern, bei Legg Mason liegen 75 Prozent bei institutionellen Anlegern, die generell prozentual weniger zahlen. Unschwer zu erkennen, dass sich durch die Übernahme ein gut ausgewogenes, stabiles Gesamtbild ergeben wird.

Auch in Hinsicht auf die Manager verteilt sich einiges auf mehr Schultern. Bei FT ruhen die Augen von Anleiheinvestoren fast ausschließlich auf Anleihechef Michael Hasenstab. Und der ist zweifellos ein hervorragender Manager, aber generell auch mutig unterwegs. Zwischenzeitliche Renditehänger nimmt er immer wieder in Kauf. Und Aktien nennt man bei FT meist im selben Atemzug mit dem Fondsklassiker Templeton Growth.

Mit Tochterboutiquen wie Brandywine Global (Anleihen), Clearbridge Investments (Aktien) und Western Asset (Anleihen) bringt Legg Mason Spezialisten mit erstklassigem Ruf bei institutionellen Anlegern in den Konzern. Glaubt man der Pressemitteilung und Stimmen aus dem Unternehmen werden sie A) eine eigene Meinung behalten und B) damit gut passende Gegengewichte zu den FT-Blockbustern ergeben.

Es sieht wirklich so aus, als hätten hier zwei Unternehmen eine Antwort auf die Probleme der Branche und den Druck durch Indexfonds gefunden. Das eine verbreitert seine Produktpalette sinnvoll, das andere löst eine nicht ganz einfache wirtschaftliche Situation. Mal sehen, ob die Aktionäre das genauso sehen und das Angebot annehmen.