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Die große Emerging-Markets-Analyse 4 Gründe, warum Anleger die Schwellenländer wiederentdecken

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Grund 3 für Schwellenländer-Boom: Währungen und Rohstoffe

Meistens hat man die Wahl, Staatsanleihen in Dollar oder anderen Hartwährungen zu kaufen oder in den jeweiligen Landeswährungen. Dann hängt die Rendite auch davon ab, wie sich die Währung entwickelt. Steigt der Kurs, gibt es einen zusätzlichen Gewinn. Fällt er, kann das die Rendite auffressen und Verluste bringen.

So richtig stabil war kaum eine Schwellenländerwährung in den vergangenen Jahren. Bei rohstoffexportierenden Ländern lag es daran, dass die Einnahmen unter den sinkenden Marktpreisen einbrachen. Die immer wieder genannten Paradebeispiele hierfür sind Brasilien und Russland. In der Folge litten Etats und Bonitäten der Länder, Investoren zogen Geld ab, die Währungen werteten ab.

Importorientierte Länder profitierten dagegen von niedrigeren Rohstoffpreisen. Sie sind aber durch ihr Minus in der Leistungsbilanz auf stetige Zuflüsse aus dem Ausland angewiesen. Schließlich kaufen sie am Weltmarkt mehr als sie verkaufen, ein Beispiel ist die Türkei. Wenn Investoren ihr Geld generell nach Hause holen, brechen auch in solchen Ländern die Währungen ein. Im Juli stufte die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Bonität der Türkei von BB+ auf BB herab. Die Regierung will dagegen vorgehen. Kann sie ja mal versuchen.

Um die eigene Währung wieder zu stabilisieren, gibt es drei Wege: Die Länder können sich über eigenständige Wirtschaftsmodelle von internationalem Geld emanzipieren. Das schafft am ehesten noch China aus den bereits genannten Gründen, die anderen sind noch weit davon entfernt. Oder sie begeistern durch ein besonders wirtschaftsfreundliches Umfeld, heben sich von den anderen Ländern ab und locken so Geld ins Land. Das trifft derzeit zu einem gewissen Grad auf Indien zu. Chile versucht es auch, die Türkei macht das Gegenteil.

Oder der dritte Weg: Steigende Rohstoffpreise entspannen die Exportlage, Etats und damit auch die Währungen. Und das passiert seit dem Frühjahr.

Wie auch immer es am Ende läuft, Anleihen in Landeswährungen sind nicht jedermanns Sache. „Die Länderrisiko-Prämie reicht uns aus, weshalb wir lieber die in Dollar notierten Papiere kaufen“, sagt Kai Franke. Ein zusätzliches Währungsrisiko werde einfach nicht gut genug bezahlt.

Auch andere Kapitalmarktstrategen präsentieren sich nicht gerade als Freunde des Währungsrisikos. Blackrock-Stratege Lück bevorzugt langfristig Anleihen in Hartwährung, sieht aber kurzfristig Chancen, dass die Währungen weiter aufwerten. „Das kann noch weitergehen, solange der Dollar nicht durch die Decke geht“, meint er und führt damit ein weiteres wichtiges Thema für Schwellenländer ins Feld.

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