Die große Robo-Advisor-Interview-Reihe „Durch Kooperation mit Online-Vermögensverwaltern kauft sich eine Bank 1,5 bis 2 Jahre Zeit“

Seite 2 / 2

Die Eintrittsbarrieren in den Markt der Robo-Advisor scheinen nicht besonders hoch? Täuscht der Eindruck?

Klein: Die Eintrittsbarrieren gemessen in finanziellen Ressourcen sind für den Finanzbereich mit einem Investment von circa 5 Millionen Euro relativ niedrig. Zeit, interdisziplinäre Erfahrungen und Kreativität sind entscheidende Faktoren für den Erfolg.

Setzen Sie die Aktivitäten der Branchengrößen nicht unter einen enormen Zeitdruck? Was passiert, wenn eine Deutsche Bank ernst macht und mal eben eine Marketing-Kampagne für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag startet?

Klein: Die Deutsche Bank wird unter eigenem Namen leider keinen dreistelligen Millionenbetrag setzen, weil sie damit ihr bestehendes Geschäft kannibalisiert. Durch die enorme Aufmerksamkeit und die Vergleichsportale würde die gesamte Robo-Branche von so einer Maßnahme wesentlich profitieren.   

   

Matthias Hübner von Oliver Wyman erwartet, diese Entwicklung beobachtend, in den kommenden vier Jahren ein Wachstum der verwalteten Vermögen auf etwa 30 Milliarden Euro – das jedoch vor allem auf die Robo Advisors von Banken und Asset Managern entfällt. Von den unabhängigen Anbietern werden seiner Meinung nach nur ein oder zwei überleben? Teilen Sie diese Aussage? 

Klein: Banken sind in einem Dilemma. Um glaubhaft zu bleiben und ihre Wertschöpfungsketten zu füttern, müssen Banken auf ihrer Robo-Advisor-Plattform möglichst auch die Produkte einstreuen, die sie heute in der Beratung einsetzen. Unabhängige Robo-Advisor haben hier einen riesigen Vorteil, denn wir empfehlen unseren Kunden nur wirklich sinnvolle Fondsinvestments. Langfristig werden Kunden diese Information verarbeiten und auf das solidere Produkt mit der höheren Rendite setzen.

Der Robo-Advisor Fintego von der Fondsplattform Ebase bietet seine Lösungen seit Herbst vergangenen Jahres auch für einzelne Makler bzw. Finanzanlagenvermittler (nach §34f GewO) an. Bieten Sie einzelne Finanzanlagenvermittler vergleichbare Lösungen an? 

Klein: Der Ansatz gefällt uns, aber wir verfolgen im Moment andere Vertriebswege, die aus unserer Sicht erfolgversprechender sind. 

Mehr zum Thema
Die große Robo-Advisor-Interview-ReiheGinmon, Teil 2: „Wir sind der einzige Anbieter mit erfolgsabhängiger Gebühr“ Die große Robo-Advisor-Interview-ReiheWhitebox, Teil 2: „Seit Anfang 2016 gibt es Robo-Advisor der zweiten Generation“ Union-Investment-Vertriebsleiter im Interview„Mit unserem eigenen Fintech testen wir neue Vertriebsmodelle im Internet“