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in FinanzberatungLesedauer: 10 Minuten

Die große Robo-Advisor-Interview-Reihe „Kunden sind heute schlicht zu teuer“

Robert Freitag, geschäftsführender Gesellschafter der Sutor Bank, Hamburg
Robert Freitag, geschäftsführender Gesellschafter der Sutor Bank, Hamburg

DAS INVESTMENT.com: Was sehen Sie im Vergleich zum klassischen Finanzberater als Ihr größeres Asset an: Ihren Online-Vertriebsweg, der Ihnen enormes Kundenpotenzial bietet, oder Ihre skalierbaren Portfolio-Management-Lösungen, die Ihren Kunden attraktive, maßgeschneiderte Rendite-Risiko-Profile bieten?

Robert Freitag: Als traditionelle Privatbank, mit einem der ersten deutschen Robo-Advisor im Angebotsportfolio, sehen wir gerade unsere Banklizenz in Verbindung mit der langen Firmengeschichte im Vergleich zu anderen Robo-Advisors als unser stärkstes Asset. 

Ein weiteres Asset liegt in der Doppelstrategie, die wir als B2C- und B2B-Bank umsetzen können. Einerseits können wir unsere eigene B2C-Vermögensverwaltung mit dem Robo-Advice-Angebot erweitern; andererseits können wir unseren traditionellen Partnern dabei helfen, digitale Angebote zu nutzen, damit sie gegenüber den volldigitalen Konkurrenten bestehen können.  

In Deutschland gibt es aktuell ein gutes Dutzend unabhängige Robo-Advisor - mit denen der Banken sollen es 30 bis 40 sein. Wie viele werden in den kommenden Jahren dazukommen?

Freitag: Momentan kommen zwar weitere Robo-Advisor auf den Markt. Aber dies sind zumeist entweder Robo-Advisor 2.0 mit intelligenten Beratungs- und Anlageverfahren oder sie entstehen als Spin-off und integriertes Angebot von existierenden Vermögensverwaltern oder Banken.  Darüber hinaus entwickeln existierende Finanzvertriebe Robo-Advice-Angebote. Eine Entwicklung, die wir vor allem unterstützen. 

Robo-Advisor sind noch eine krasse Nische: Selbst die größten Robo-Advisor verwalten nicht einmal 50 Millionen Euro. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman schätzt die verwalteten Vermögen aller unabhängigen Robo-Advisor hierzulande auf rund 100 Millionen Euro. Auf der anderen Seite sagen Experten Ihrer Branche ein exponentielles Wachstum voraus. Schauen Sie mal in Ihre Glaskugel: Wann wird der erste deutsche unabhängige Robo-Advisor die Eine-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten?

Freitag: Generell glauben wir auch, dass das Robo-verwaltete Vermögen exponentiell steigen wird – sind aber nicht sicher, ob und welche heute bekannten Robo-Advisor davon profitieren werden. Gelingt einem der erfolgreicheren Automaten-Berater, deren verwaltetes Vermögen jeweils bei geschätzten 20  Millionen Euro liegt,  ein exponentielles Wachstum, dann sollte er die erste Milliarde verwaltetes Vermögen in zwei, spätestens in drei Jahren zusammen haben.