"Die Honorarberatungs-Petition von Herrn Schmidt unterstellt vollkommen falsche Tatsachen"

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Kommentar von Max Million (Ghost negotiator)
Im Rahmen der Leseraktion "Honorarberatung, die bessere Finanzberatung?"

So ist beispielsweise im ersten Teil immer von "hohen" Provisionen die Rede. Die Frage ist zunächst mal, wo "hoch" denn überhaupt anfängt. Ist eine Wertpapierprovision von 0,25 % oder von fix 20 Euro als "hoch" einzustufen? Mit Sicherheit nicht.

15% bei einem geschlossenen Fonds mögen wir als "hoch" bezeichnen, aber erlaubt es uns dann sofort "alle" Provisionen in der Bankenwelt zu streichen, also alles über einen Kamm zu scheren? Ich denke nicht. Herr Schmidt überspitzt mit einer unfairen Beschreibung gegenüber allen anderen Banken.
Im zweiten Teil beschreibt Herr Schmidt die Folgen: "Banken machen auch dann Gewinn, wenn der Kunde Verluste macht". Hierzu muss gesagt werden, dass gerade bei der Honorarberatung dies der Fall ist und nicht bei der Provisionsberatung. Sobald die Bank oder der Berater sein Honorar hat, ist das Vermögen des Kunden immernoch den Gesetzen des Marktes ausgesetzt.

Bei der quirin bank zahlen Sie die 900 Euro. Egal ob die Beratung gut oder schlecht war. Auch hier überspitzt Herr Schmidt wieder in einer unfairen Art und macht die Provision mit zur Ursache der Krise. Wir alle wissen, dass es schon viele Krisen gegeben hat, aber nun so zu tun, als hätten Honorarberater diese alles verhindern können, halte ich für nicht angemessen.

Des Weiteren verdient die klassische Bank weniger Provisionen, sobald das Vermögen der Kunden weniger wird. Das liegt ja auf der Hand. Deswegen, aber auch aus vielen weiteren Gründen ist niemand an einer schlechten Performance interessiert.

Transparenz bei der Beratung und die Offenlegung von Provisionen ist vertretbar. Keine versteckten Provisionen mehr zu haben ebenso. Die Branche wird sich aber krisenbedingt verändern und Wege finden das bestehende Vertrauen zu festigen und verlorengegangenes Vertrauen wieder einzuholen.

Die Honorarberatung alleine wäre meines Erachtens der falsche Weg. Man sollte beide Systeme auch nicht gegeneinander ausspielen, weil sie beide Vor- und Nachteile haben. Und schon gar nicht sollte die Regierung privatwirtschaftlichen Interessensgruppen folgen, die im Falle eines Durchsetzens der Petition enorme wirtschaftliche Vorteile daraus haben. Das würde nämlich das sowieso schon geschädigte Bankensystem weiter lähmen und wäre so nicht dienlich zur Krisenbewältigung.

Lassen Sie mich noch einen Satz aus persönlicher Erfahrung hinzufügen: Vertrauen gewinnt man nicht durch ein Geschäftsmodell und auch nicht durch eine überaus hervorragende Performance, die die quirin aber glaube ich noch nicht mal hat. Vertrauen gewinnen Sie Herr Schmidt, wenn Sie auch in schlechten Zeiten zu den Menschen stehen mit denen Sie zusammenarbeiten. Dann kann man als Berater auch mal Verluste hinnehmen.

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