Alexander Funk, Senior Portfoliomanager und Managing Director bei Ökoworld

Alexander Funk, Senior Portfoliomanager und Managing Director bei Ökoworld

Die Kraft der Sonne nutzen

Anlagen in Solarenergie lohnen sich

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Am 30.4.2015 erfolgte mit der Vorstellung der „Powerwall“ von Tesla ein weiterer großer Schritt auf dem Weg zu einer weltweiten emissionsfreien Stromversorgung. Bereits im Vorfeld mehrten sich die Gerüchte um die Tragweite des Produkts, das vergangene Woche in Kalifornien vorgestellt wurde. Als Elon Musk, Visionär und CEO des Elektroautokonzerns Tesla, das Podest betrat, begann er von einer Energiegewinnung ohne CO2-Emission zu schwärmen. Einer Energiegewinnung fast ausschließlich erzeugt von dem größten Energieproduzenten unseres Planetensystems: dem Kraftwerk Sonne.

Lücke des Speicherproblems erfolgreich schließen

Die Stromerzeugung durch Photovoltaik ist bei weitem nichts Neues, und auch das Vorreiterland Deutschland setzt zu einem nicht unerheblichen Teil bei der Energiewende auf diese Technik. Doch neben der Erzeugung fehlt bis heute die Möglichkeit, den gewonnenen Strom dauerhaft zu speichern, um ihn zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu machen. Hier setzt der Tesla-Konzern an und präsentierte letzten Donnerstag ein Battery-Pack, dass eben jene Lücke schließen soll.

Die „Powerwall“ ist ein speicherstarkes und leicht erweiterbares Lithium-Ionen-Modul, mit dem sowohl Privathaushalten als auch Gewerbetreibenden die Möglichkeit gegeben werden soll, überschüssige (Solar-)Energie zu speichern. Das Ganze erstmals zu einem Preis, der den Anschein erweckt, Speicherlösungen wirklich konkurrenzfähig zu machen. Ermöglicht wird dies durch eine beispiellose Serienfertigung der Akkumulatoren, für die Tesla eigens eine gigantische Fabrik in der Wüste Nevadas gebaut hat.

Solarstrom wird innerhalb der nächsten Jahrzehnte die günstigsten Erzeugungskosten aufweisen

Solarstrom ist bereits heute billig und wird laut einer Studie des Fraunhofer Instituts innerhalb der nächsten Jahrzehnte die günstigsten Erzeugungskosten weltweit haben - viel günstiger als konventionelle Stromerzeugung, bei nahezu vollständiger Emissionsfreiheit. Zwar benötigen auch Solarmodule bei der Herstellung eine nicht unerhebliche Menge an Energie, doch ist die energetische Amortisierung, je nach Herstellungsverfahren, bereits schon nach zwei Jahren erreicht. Das bedeutet, dass die restlichen 20 bis 25 Jahre, die ein Solarmodul im Schnitt hält, absolut emissionsfreier, sauberer Strom erzeugt wird.

Die Preise für Solarmodule sind seit Langem fallend und haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als geviertelt. Solarpanels sind erschwinglich geworden, und mit den Häuserdächern privater wie öffentlicher Eigner stehen die Aufstellungsflächen bereit. Was bisher fehlt, ist die adäquate Möglichkeit der Speicherung und gleichmäßiger Abgabe, um ein Stromnetz, wie wir es kennen, bereit zu stellen.

Neue Stufe „Powerwall“ ist die neue Dimension Zukunft

Mit Teslas „Powerwall“ wurde der Wettbewerb nun auf eine neue Stufe gehoben. Es ist zu hoffen, dass bei den Speicherlösungen eine ähnliche Dynamik wie bei den Solarmodulen einsetzt und dies zu fallenden Preisen und steigenden Speicherkapazitäten führen wird.

Die Solarenergie ist die erneuerbare Energie der Zukunft. Durch ihre Abhängigkeit von einer konstanten und guten Sonneneinstrahlung ist sie zwar nicht in allen Teilen der Welt gleichermaßen geeignet, und auch Alternativen wie Wind- und Wasserkraftwerke besitzen ihre Berechtigung, doch wurde der Erde mit der Sonne eine Quelle geschenkt, die jede Sekunde mehr Energie auf die Weltkugel wirft als ihre Bevölkerung pro Jahr im Gesamten benötigt.

Schweiz passt auf 900 Millionen Tesla-Batterien?

Das leider gescheiterte Desertec-Projekt hat eine Rechnung aufgemacht, nach der bereits mit einer Solaranlage von der Fläche der Schweiz der Gesamtstrombedarf der Weltbevölkerung gewonnen werden könnte. Elon Musk behauptet, dass für die adäquate Speicherung dieser Energie 900 Millionen Tesla-Batterien notwendig wären.

Auch wenn diese Zahlen auf den ersten Blick gigantisch erscheinen, so sind sie relativ gesehen nicht unrealistisch. Bereits heute beträgt die jährliche weltweite Autoproduktion fast 70 Millionen Fahrzeuge und die Abholzung des Regenwalds in der Größe der Schweiz dauert nicht einmal ein halbes Jahr.

Natürlich bleiben diese Zahlen zunächst reine Rechenspielerei, doch lässt sich  daran erkennen, dass unsere heutige industrielle Fertigung mit einer solchen Produktionskapazität über einen mittelfristigen Zeitraum nicht überfordert zu sein scheint.

Wenn wir das Ausmaß der Autoproduktion und den Umfang der Zerstörung der Tropenwälder bewältigen, warum soll es nicht möglich sein, ein Energiesystem aufzubauen, das den CO2-Ausstoß und damit den Klimawandel minimiert? Zumal ein weiterer positiver Nebeneffekt erneuerbarer Energien die massive Einsparung von Trinkwasser ist. Bereits heute fallen 15 Prozent des globalen Wasserverbrauchs auf die Stromerzeugung durch thermische Kraftwerke.

Energiemodelle der Zukunft werden bereits heute Realität

Die Kapitalanlagegesellschaft Ökoworld setzt seit jeher auf Energiemodelle der Zukunft und managt mit dem Klimafonds ein Produkt, das ganz speziell in diesen Themenkomplex investiert. Generell spielt das Thema auch in den anderen Fonds eine wichtige Rolle. Ein Schlüssel zu einer weltweiten Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien liegt in der gezielten Anlage in jene Unternehmen, die selbst von dem Umstieg profitieren. So lassen sich Mittel bewusster einsetzen, und der Trend wird beschleunigt. Tesla ist bereits seit Jahren im Universum, und insgesamt investiert das Fondsmanagement in über 38 Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Solarenergie. Ökoworld glaubt daran, dass eine Stromversorgung fernab von fossilen Brennstoffen und Atomenergie möglich ist und setzt damit auf die Gewinner der Zukunft.

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