„Die Märkte werden es mögen“ Was die Investmentbranche zu den Midterm-Wahlen sagt
Die Chance, dass ein angeklagter, aber nicht verurteilter Präsident wiedergewählt wird, scheint unwahrscheinlich, aber in diesen ungewissen Zeiten nicht unmöglich. Doch in solch einer Situation würde Trump vielleicht gar nicht mehr antreten wollen. Auf jeden Fall wären die Chancen der Republikaner, 2020 erneut die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen, deutlich geschmälert. Ein Sieg der Demokraten könnte durchaus wieder zu höheren Steuern und mehr Unternehmens- und Umweltvorschriften führen.
Frank Häusler, Leiter für Makroanalyse in der Multi Asset Boutique von Vontobel Asset Management
Das Ergebnis der US-Zwischenwahlen bietet keine Überraschungen: Die Demokraten erobern das Repräsentantenhaus zurück, der Senat bleibt in republikanischer Hand.
Änderungen an der Handels- und Steuerpolitik von US-Präsident Trump sind allerdings nicht zu erwarten. Zwar kann das von den Demokraten dominierte Repräsentantenhaus Trumps Initiativen Steine in den Weg legen, hat aber nicht die Macht, seine Politik komplett umzukehren. Genauso wenig kann erwartet werden, dass die fortschreitende Deregulierung gestoppt werden wird. Bei einzelnen Punkten, wie der Forderung nach einer weiteren Marktöffnung in China oder weiteren Steuersenkungen, herrscht zwischen Demokraten und Republikanern durchaus Einigkeit. Die Wachstums- und Inflationsaussichten für die USA und die Weltwirtschaft bleiben unverändert.
Neben den US-Zwischenwahlen gibt es weitere politische Entwicklungen die einen größeren Einfluss auf das globale Wirtschaftswachstum und die Performance der Anlageklassen haben. Wir erwarten mehr Klarheit zu den Handelszöllen vom Xi-Trump-Treffen Ende November auf dem G20-Gipfel. China muss seine Wirtschaft ankurbeln. Weiterhin überschatten der Brexit-Deal und die italienische Haushaltsfrage die europäischen Märkte.