Die neue Finanzmacht Singapur

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Das Bankengeschäft mit vermögenden Kunden hat einen neuen Lieblingsstandort. Der asiatische Stadtstaat Singapur ist die Schweiz 2.0. Für ihn spricht das Wirtschaftswachstum der asiatischen Schwellenländer, in dessen Zuge viele Vermögen entstanden. Zudem hat Singapur nach wie vor ein robustes Bankgeheimnis, während es an traditionellen Finanzstandorten wie der Schweiz durch internationalen Druck zunehmend löchrig wird. Auch sind in Singapur Gewinne aus Kapitalvermögen in der Regel steuerfrei, und es gibt keine Erbschaftssteuer. Für vermögende Kunden also ein Paradies.

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Grund genug für Schweizer und internationale Großbanken, sich seit einiger Zeit verstärkt um den Standort Singapur zu bemühen. Die Julius-Bär-Gruppe startete 2005 mit 23 Kundenberatern, beschäftigt derzeit rund 300 und peilt bis 2015 einen Personalbestand von 600 an. Wer eine Hausnummer im Private Banking sein möchte, ist vor Ort: Deutsche Bank, Credit Suisse und über 50 weitere internationale Großbanken. Einer Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers zufolge ist der Finanzplatz Singapur nach London und der Schweiz mittlerweile der drittbeliebteste weltweit. Tendenz steigend. Entsprechend fließt seit einiger Zeit viel Kapital nach Singapur.

Schwergewichtige Finanztitel

Von diesem Zustrom profitieren auch die lokalen Banken wie Overseas-Chinese Banking oder United Overseas Bank. Beide sind Schwergewichter (8,5 Prozent und 7,8 Prozent) im FTSE Straits Times Index. Namensgeber des Singapur-Index ist die Zeitung „The Straits Times“ der Singapore Press Holding. Auf den Index hat die Deutsche Bank ein X-Pert-Zertifikat (WKN: DB8 FST) aufgelegt. Es umfasst die 30 größten Unternehmen Singapurs. Finanzinstitute haben eine Indexgewichtung von 28,3 Prozent, gefolgt von Industrieunternehmen mit 17,0 Prozent. Managementgebühren fallen keine an, Anleger sollten aber wissen, dass sie das Wechselkursrisiko zwischen Euro und Singapur-Dollar tragen.

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