Die Rabattjäger Value-Aktienfonds feiern ein Comeback
In ihrem Schreiben „Renaissance von Value in Europa?“ nahmen sich die drei Portfoliomanager Ian Butler, Michael Barakos und Karsten Stroh von J.P. Morgan Asset Management ebenfalls die Bewertungsspanne zwischen Growth und Value vor. „Wir sind überzeugt, dass Anleger Value-Unternehmen etwas zu pessimistisch betrachten“, heißt es darin. Als Beispiel rechneten sie aus, welches Gewinnwachstum der Markt für Autohersteller, Versicherungen und Banken in den kommenden zehn Jahren annimmt: gar keins. Stattdessen würden die Gewinne in der Autobranche um 4 Prozent sinken, bei Versicherungen um 2 Prozent und bei Banken um ein Prozent. Pro Jahr. Das unterstellen zumindest die Kursniveaus.
Zinsen und Inflation steigen
Warum sollte sich das nun ändern? Hört man sich bei Fondsmanagern um, fallen immer wieder die folgenden Argumente für ein Comeback der Value-Titel: Zinsen und Inflation steigen, die Konjunktur in Europa kommt in Fahrt, dafür tritt die Geldpolitik in den Hintergrund.
Die US-Notenbank hat die Zinsen schon erhöht, und die Europäische Zentralbank drosselt immerhin ihr monatliches Anleihekaufprogramm. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg von ihrem Tief Mitte 2016 bei 1,4 Prozent auf heute 2,3 Prozent. Für die als Anleihe-Ersatz herhaltenden Wachstumsaktien eine echte Konkurrenz. „Jetzt, da die Renditen steigen, verkaufen die Renditetouristen ihre Aktien, vor allem die überkauften schwankungsarmen Titel“, stellt Senior-Portfoliomanager Carl Ghielen von NN Investment Partners fest. Gerade weil sie so teuer seien, könnten sie Opfer einer Rotation im Markt werden.

