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Guy Stern

Guy Stern

„Die richtige Kombination bringt den Erfolg“

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DAS INVESTMENT: Warum sind Absolute-Return-Strategien beliebt?

Guy Stern: Anleger wollen in diesem unruhigen Marktumfeld einerseits das Risiko innerhalb des Portfolios verringern, andererseits aber auch eine bestimmte Rendite erzielen – oder zumindest eine zu den Aktienmärkten unkorrelierte Rendite. Mit unserem Global Absolute Return Strategies, kurz Gars, können wir diese Probleme tatsächlich lösen.

Wollen Sie eine Benchmark schlagen?

Stern: Nein, das steht bei vielen Investoren nicht mehr hoch im Kurs. Wir zielen auf ein bestimmtes Renditeniveau. Unser Fonds soll über jeden beliebigen Drei-Jahres-Zeitraum mindestens 5 Prozent Rendite pro Jahr über dem Geldmarktzins Euribor erwirtschaften und eine Volatilität von 4 bis 8 Prozent nicht überschreiten. Das ist ein Niveau, mit dem sehr viele Anleger sehr zufrieden sind.

Klingt ambitioniert.

Stern: Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir das hinbekommen. Im Gars stecken 25 bis 30 unabhängige Strategien in den unterschiedlichsten Anlage-Klassen weltweit. Jede dieser Strategien soll einen positiven Ertrag bringen. Erfolgsentscheidend ist, dass die Strategien untereinander wenig korreliert sind.



Wie ist das Konzept entstanden?

Stern: Standard Life setzte Gars im Jahr 2005 für das Management der konzerneigenen Pensionsverpflichtungen ein. So wurde das Konzept maßgeblich auf die Bedürfnisse unserer eigenen Pensionskasse abgestimmt. Und es war erfolgreich. Deshalb stößt Gars auf großes Interesse anderer Altersvorsorgeeinrichtungen.

Seit Kurzem managen wir etwa ein großes Mandat für den US-Pensionsfonds Calpers. Gerade bei institutionellen Anlegern ist unser Absolute-Return-Konzept als Alternative zum traditionellen Vermögensportfolio und als Aktienersatz auf dem Vormarsch. Die Nachfrage ist groß: Nach Nettomittelzuflüssen ist der Fonds einer der meistverkauften Fonds in Europa.

Und wie gehen Sie vor?

Stern: Wir suchen zunächst in Zusammenarbeit mit den Spezialisten der einzelnen Anlageklassen und der volkswirtschaftlichen Strategieabteilung ein breites Spektrum an Investmentideen. Von den Vorschlägen werden nur die drei bis vier überzeugendsten pro Quartal im Portfolio umgesetzt. Ein wichtiger Bestandteil des aktuellen Portfolios sind etwa Relative-Value-Strategien.

Beispiel: Über einen längeren Zeitraum war abzusehen, dass der japanische Yen zu teuer ist. Man konnte also damit rechnen, dass der Yen sich gegenüber anderen Währungen schwächer zeigen wird. Deshalb lautete unsere Position long im Dollar und short im Yen. Diese Strategie hat sich in den vergangenen Monaten ausgezahlt.

Aber nicht jede Ihrer Strategien ist so erfolgreich, oder?

Stern: Nein, natürlich nicht. Unsere Erfolgsquote beträgt allerdings immerhin so um die 70 Prozent. Und funktionieren einzelne Strategien in gewissen Marktphasen nicht, fängt die Mehrheit der anderen Strategien diese Verluste auf. Durch diese Streuung auf voneinander unabhängige Strategien können wir die angestrebte Rendite schaffen, reduzieren die Volatilität aber deutlich auf rund ein Drittel beziehungsweise die Hälfte der Schwankungsintensität von Aktienanlagen.

Das heißt: Selbst wenn eine der Strategien nicht aufgeht, also nicht die erwünschte Rendite gebracht hat, hat sie dennoch eine wichtige Rolle für das Portfolio gespielt. Man könnte es auch so ausdrücken: Die richtige Kombination bringt hier den Erfolg.

Kommen auch Einzelaktien für die Bestückung des Portfolios in Betracht?

Stern: Ja, wir sind durchaus auch Longonly investiert und ignorieren keineswegs die Aktienmarktrenditen. Zumal die Risikoprämien bei Aktien derzeit gut sind. Und wir verwenden zusätzlich verschiedene derivative Instrumente, um sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten profitieren zu können.

Schließen Sie Ideen von vornherein aus?

Stern: Nicht kategorisch. Aber wir achten bei der Umsetzung aller Investmentideen auf eine ausreichende Liquidität. So können wir, wenn nötig, schnell handeln. Schließlich sollen für uns Milliardensummen täglich handelbar sein. Und schon allein deswegen müssen wir viele Ansätze verwerfen, weil sie für unsere Belange nicht genügend liquide sind.


Weitere Interviews finden Sie in unserem Flipbook.

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Über den Interviewten: Guy Stern (52) ist seit 2008 Investment Director und Head of Multi- Asset Management bei Standard Life Investments. Damit ist er für die Leitung des Multi-Asset-Fondsverwaltungsteams verantwortlich. Davor war Stern bei Credit Suisse Asset Management als Investmentchef für Multi-Asset-Class-Lösungen sowie bei der Deutschen Bank Asset Management tätig.

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