Lesedauer: 2 Minuten

Bitcoin, seine Rally und die ETFs „Die Rüpeljahre gehen zu Ende“

Bitcoin, hier ausnahmsweise mal physisch
Bitcoin, hier ausnahmsweise mal physisch: Die Kryptowährung hat zuletzt die Marke von 60.000 US-Dollar durchbrochen. | Foto: shutter_speed / Unsplash

Kryptowährungen investierbar zu machen ist ein schwieriges Geschäft. Noch immer gibt es nur wenige regulierte Handelsplätze, noch immer müssen sich Investoren in der Regel eine Wallet installieren, noch immer gelten Bitcoin & Co. als Zocker-Investments. Da kommt es gerade recht, dass in den USA mittlerweile eine ganze Welle von ETF auf den Markt drängt, die den Einstieg in Kryptowährungen einfacher, günstiger und nervenschonender machen wollen.

Die Kurse der Kryptos befeuert das aus dem simplen Zusammenhang zwischen Angebot und erwarteter Nachfrage: Das Angebot bei Bitcoin ist beschränkt, die Nachfrage nach ETF könnte groß sein, die Manager müssen sich eindecken, also steigen die Kurse. So weit so richtig. Die Einführung von Krypto-ETFs hat aber auch noch weitere Auswirkungen.

Da ist zum einen die Regulierung. Anleger in ETFs erwarten, dass ihre Werte gesichert sind, dass nicht mit den zugrundeliegenden Basiswerten Schindluder getrieben wird. Die neuen ETF-Anbieter werden also aus eigenem Interesse – und dem ihrer Kunden – die Regulierung vorantreiben. Regulierte Handelsplätze, vielleicht auch der Einstieg etablierter Börsenplätze in den Handel mit den Kryptos, das sind die Folgen.

Für die Krypto-Community wäre das ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsensein. Die Rüpeljahre gehen zu Ende, die Phase der Stabilität beginnt. Und tatsächlich ist ja zu erwarten, dass die Ausschläge an den Kryptomärkten geringer werden, wenn größere Anteile von institutionellen Investoren gehalten werden. Dazu kommt, dass mit regulierten, technologisch hochgerüsteten Börsenplätzen auch Hochfrequenzhändler Einzug halten werden. Diese liefern eine enorme Liquidität, wenn sie im Rahmen ihrer Strategien regelmäßig Kurse stellen und so für einen verstetigten Handel sorgen.

Andererseits: ETFs haben im Aktien- und Anleihenbereich eine lange Geschichte. Gestartet als kostengünstige Alternative zu aktiv verwalteten Fonds haben sie sich zu universell einsetzbaren Investments entwickelt, die auch Spezialitätenmärkte abbilden können. Dann allerdings zu höheren Kosten. Die Frage ist: was anders als Spezialitäten sind Kryptowährungen? Es ist also zu erwarten, dass die ETFs ziemlich teuer sein werden.

Angesichts hoher Kursanstiege bei Kryptos ist das vielen Anlegern wahrscheinlich egal. Flachen die Kurven aber ab, wird weniger verdient, dann wird auch dieses hinterfragt werden. Dann werden sich manche Investoren lieber wieder direkt eindecken – gerade große Institutionelle. Der Hype um die ETFs wird dann nicht mehr taugen als Begründung für Kursanstiege. Das Erwachsenwerden der Kryptobranche allerdings schon, die wachsende Transparenz, die Regulierung, die zusätzliche Sicherheit bietet. Oder auch die Tatsache, dass sich mit Kryptos NFT-Kunst kaufen und sammeln lässt. Aber davon ein anderes Mal mehr.

Diesen und weitere Vermögensverwalter mit ihren Meinungen und Online-Anlagestrategien finden Sie hier.

Tipps der Redaktion
Foto: Bitcoin-Hype: Im Zweifel für die Zwiebel
Wachtendorf-KolumneBitcoin-Hype: Im Zweifel für die Zwiebel
Foto: Jetzt setzt auch Blackrock auf Bitcoin
In zwei FondsJetzt setzt auch Blackrock auf Bitcoin
Foto: Vaneck listet Bitcoin-ETN an der Deutschen Börse
KryptowährungenVaneck listet Bitcoin-ETN an der Deutschen Börse
Mehr zum Thema