Die Sand-Schmelzer

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Wer Silizium fördert, kann sich über den Solar-Boom freuen – und ABN Amro über die nächste Investmentstory: Die Niederländer haben ein Zertifikat zum Thema aufgelegt


Silizium ist das zweithäufigste chemische Element nach Sauerstoff. Zwar ist es bei weitem nicht so lebenswichtig, doch seine Bedeutung steigt mit dem Anstieg des  Meeresspiegels: Silizium ist heute der wichtigste Stoff für die Produktion von  Solarzellen. Und die sind angesichts der Bestrebungen, den Klimawandel zu stoppen, beliebter denn je: Ein Ende des steilen Wachstums der Solarbranche ist nicht in Sicht.

Der Solar-Boom beschert Unternehmen wie der zuletzt hart abgestraften Conergy allerdings ein Problem. Das Angebot des wichtigsten Rohstoffs für die Produktion hat mit der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nicht Schritt gehalten und wird zum  Engpass für die Branche. Obwohl Silizium nahezu grenzenlos verfügbar ist, weil es aus Sand geschmolzen wird, braucht man für die Herstellung entsprechende  Anlagen.

Der Versorgungsengpass hat den Siliziumpreis auf ein Rekordniveau gehoben; Hersteller des Halbleiters verdienen daher reichlich und investieren bereits in neue Kapazitäten. Einige Solarunternehmen wie Solarworld schaffen eigene Produktionsstätten. Weil das Zeit braucht, wird Silizium aber mindestens noch bis Ende 2008 knapp bleiben.

Mit einem Zertifikat von ABN Amro können Anleger vom Ungleichgewicht auf dem Siliziummarkt profitieren. Das Papier bündelt acht Unternehmen, die ihr Geld zum großen Teil mit dem Rohstoff für die Solarindustrie verdienen. Gleichgewichtet finden sich im Zertifikatekorb je zwei Unternehmen aus Japan und Großbritannien; außerdem eins aus den USA, die deutsche Wacker Chemie sowie die beiden  integrierten Solarkonzerne Renewable Energy aus Norwegen und Solarworld aus Deutschland. Einmal jährlich wird der Index überprüft und die Gewichtung der Aktien im Korb neu festgelegt.

DAS-DERIVAT-URTEIL: In den Solar-Boom indirekt über den Rohstoff Silizium zu investieren ist clever. Eine Geld-Brief-Spanne von 2 Prozent plus 0,75 Prozent Managementgebühr sind für einen nicht aktiv gemanagten Korb von nur acht Aktien allerdings happig.


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