Die Unterschiede zwischen den Typklassen in der Kfz-Versicherung können enorm sein. Laut aktuellen Modellrechnungen vom Online-Vergleichsportal  und Makler Verivox können Luxus-SUVs und Sportwagen in der Vollkasko bis zu 19-mal teurer zu versichern sein als günstige Kleinwagen.

Range Rover Sport SV P635 AWD und Lotus Eletre S AWD am teuersten 

In der höchsten Vollkasko-Typklasse 34 finden sich die Modelle Range Rover Sport SV P635 AWD und Lotus Eletre S AWD. Für einen 45-jährigen Berliner fallen bei diesen Fahrzeugen laut Verivox etwa 19-mal höhere Versicherungskosten an als beim Daihatsu Copen 1.3, der in Typklasse 11 eingestuft ist – eine Differenz von 23 Klassen. Auch das Smart EQ Fortwo Cabrio und der Audi TT 1.8 liegen in der günstigsten Klasse 11.

Die niedrigste Vollkasko-Typklasse ist eigentlich die 10, die vor allem Oldtimer wie der BMW Isetta oder Kleinwagen wie der Hyundai i10 1.1 erhalten. Verivox hat diese Fahrzeuge jedoch nicht in die Modellrechnung einbezogen. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass die Oldtimer ausgeschlossen wurden.

Neue und schnelle Modelle am teuersten 

„Gerade neue Modelle, die erst seit kurzer Zeit auf dem Markt sind und zu denen noch keine belastbaren Schadenstatistiken vorliegen, werden von Versicherern zunächst vorsichtiger kalkuliert und höher eingestuft“, erklärt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer bei Verivox Versicherungsvergleich. Leistungsstarke Modelle wie der Range Rover Sport verursachen durch Hightech und teure Reparaturen deutlich höhere Kosten.

Auch ältere Sportwagen können teuer in der Versicherung sein: Der Honda NSX aus den 1990er- und 2000er-Jahren ist ebenfalls in der höchsten Typklasse gelistet, auch wenn seine Versicherungskosten nur etwa halb so hoch ausfallen wie beim Range Rover. Wenn Ersatzteile rar und Spezialwerkstätten gefragt sind, bleibe das Kostenniveau auch Jahrzehnte nach Produktionsende hoch, sagt Ziller.

Kleinere Unterschiede in der Kfz-Haftpflichtversicherung 

In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen, die von 10 bis 25 reichen. Die Unterschiede zwischen der größten und der kleinsten Typklasse fallen dabei kleiner aus. Der Range Rover liegt in Typklasse 22, der Daihatsu in Typklasse 10 – eine Differenz von 12 Klassen, die rund den dreifachen Beitrag ausmacht. In der Haftpflicht zählt vor allem, wie häufig ein Fahrzeug in Unfälle verwickelt ist und wie hoch die Schäden ausfallen.

Die Typklasse zeigt, wie teuer ein Modell für Versicherer ist. Entscheidend ist nicht nur der Listenpreis, sondern vor allem die Schadenbilanz: Häufige Unfälle, aufwendige Reparaturen oder hohe Diebstahlrisiken treiben die Einstufung nach oben. Wie stark sich die Typklasse auf die Prämie auswirkt, variiert je nach Versicherer. „Sie ist zwar ein zentraler Faktor, fließt jedoch unterschiedlich in die Prämienberechnung ein“, erklärt Ziller.

Über die Untersuchung

Für die Modellrechnungen hat Verivox die Jahresprämien für Haftpflicht und Vollkasko für sechs Fahrzeugmodelle mit den jeweils höchsten und niedrigsten Typklassen berechnet. Basis war ein 45-jähriger Alleinfahrer aus Berlin mit Schadensfreiheitsklasse 10 und einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern.

Angesichts der geringen Zahl untersuchter Modelle bietet die Untersuchung allerdings nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Bandbreite an Versicherungskosten, die je nach individueller Situation und gewähltem Versicherer erheblich variieren können.