DAS INVESTMENT: Im Juli kündigte die grüne Bundesfamilienministerin Lisa Paus an, die Einkommensgrenze für das Elterngeld von 300.000 Euro auf 150.000 Euro zu senken. In Fachkreisen stieß dieses Vorhaben auf Widerstand. Die geplante Elterngeld-Streichung für Besserverdienende sei ein Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung, warnten Expertinnen wie zum Beispiel die Finanztip-Redakteurin Anja Ciechowski. Wie stehen Sie dazu?

Betina Kirsch: Ich persönlich bin der Auffassung, dass es familien- und gleichstellungspolitisch ein Rückschritt für die Frauen ist, da das Elterngeld, wenn auch eingeschränkt, für eine gewisse finanzielle Freiheit gesorgt hat. Es hat es Frauen beziehungsweise generell Eltern leichter gemacht, sich für Kinder zu entscheiden. Das soll natürlich nicht heißen, dass man sich wegen des Elterngeldes für Kinder entschieden hat. Betreffen wird es vor allem junge Akademikerinnen, die ohnehin seltener Kinder bekommen.