Der wesentliche Unterschied zwischen einem Versicherungsmakler und einem AO-Vermittler ist, dass der Erstere im Lager des Kunden, der Letztere in dem des Versicherungsunternehmens steht. Was das konkret bedeutet und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, zählen wir hier auf:

Die Vorteile, Mitarbeiter einer Ausschließlichkeitsorganisation (AO) zu sein:

  • Neben ihren Provisionen bekommen AO-Vermittler vom Unternehmen weitere Zahlungen wie zum Beispiel Liquiditätsüberbrückungen, sowie Bürokosten- und/oder Personalkostenzuschüsse.
  • Außerdem kümmert sich das Versicherungsunternehmen regelmäßig um die Fort- und Weiterbildung seiner AO-Vertreter und stellt ihnen auch die vertriebsspezifische Software kostenfrei zur Verfügung. Makler müssen für ihre Weiterbildung selbst aufkommen – und auch kostenfreie Kundenverwaltungsprogramme dürfen ihnen Versicherer aus Compliance-Gründen nicht anbieten. Sie müssen sich Vergleichssoftware und/oder CRM-Systeme selbst beschaffen und dafür Lizenzgebühren bezahlen – außer, sie entscheiden sich für eine Anbindung an einen Maklerpool, der diese Kosten meist ganz oder teilweise übernimmt.
  • Scheidet der AO-Vermittler aus dem Unternehmen aus, indem das Unternehmen den Vertrag ordentlich kündigt, der Vermittler berechtigt außerordentlich kündigt oder seine Tätigkeit aus Krankheits- oder Altersgründen beendet, besteht oft ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
  • Spezifisches Prozess- und Produktwissen: Während sich Makler mit Bedingungswerken von zahlreichen Versicherungsunternehmen auseinandersetzen müssen, können sich Ausschließlichkeitsvermittler voll und ganz auf die AGB der Produkte ihrer Versicherung konzentrieren. Daraus folgt auch ein sehr spezifisches Fachwissen zu einzelnen Tarifen der Versicherung.
  • Das Gleiche gilt auch für die Technik: Im Gegensatz zum Makler, der bei Direktanbindungen sich mit der Software jeder einzelnen angebundenen Gesellschaft auseinandersetzen muss, muss sich der AO-Vermittler nur mit der Software seines Versicherers auskennen.
  • Gleichzeitig pflegt der Ausschließlichkeitsvermittler intensive Beziehungen zu anderen Abteilungen seiner Versicherungsgesellschaft, wie zum Beispiel der Schadenbearbeitung. Das kann unter Umständen bei der Schadenregulierung zu einer schnelleren Abwicklung oder sogar einer höheren Kulanz und damit einer höheren Kundenzufriedenheit führen.
  • Die Reputation der Versicherungsgesellschaften ist häufig besser als jene von Finanzvertrieben, da Letztere oft, berechtigt oder unberechtigt, mit dem Strukturvertrieb in Verbindung gebracht werden.
  • Die Haftung für etwaige Falschberatungen trägt gewöhnlich die Versicherungsgesellschaft des Ausschließlichkeitsvermittlers.

Die Nachteile: