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Sascha Specketer von Invesco „Die Zahl der ETF-Sparpläne wird sich verdreifachen“

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Thema Griffigkeit: Sind denn die Produktstorys bei ETFs genauso wichtig wie bei den aktiv gemanagten Fonds?

Specketer: Im Retail-Markt ist es in der Tat wieder das Storytelling, was zu verfangen scheint. Im Grunde genommen gibt es zwei Produktbereiche: Zum einen den MSCI World, der von vielen Sparern aufgrund der Breite seines Aktien-Universums mit über 1.600 Titeln gewählt wird. Der Privatanleger will mehr Aktien, und die bekommt er damit. Das zweite sind die themenorientierten ETFs: Da geht es dann um Investments ins Blockchain-Thema, in Tech-Titel über den Nasdaq oder Biotech – um mal ein paar Beispiele zu nennen. Hier müssen wir neben den ETFs auch entsprechende Inhalte liefern und Scalable & Co. zur Verfügung stellen.


Gehen wir mal weg vom Privatanleger und Selbstentscheider. Wo geht die Reise für den Vertrieb über Berater, Banker, Vermögensverwalter und Family Offices hin?

Specketer: Der freie Fondsberater schlüpft ja aufgrund der gewachsenen Regulierung in der Regel unter einen Maklerpool oder ein Haftungsdach. Genauso wie Vermögensverwalter drehen sich die Gespräch mit uns dann um sogenannte Managed Solutions. Diese fertigen Anlageprodukte bieten wir in verschiedenen Risikoklassen an, so dass die Kunden der Berater eine passende, stark individuell anmutende Investmentlösung bekommen. Es geht also weniger um Einzelfonds, seien es nun aktive oder passive Produkte.

Damit lassen wir auch den Produktverkauf ein wenig hinter uns und stärken unsere beratende Position. In den Gesprächen geht es dann mehr um die ESG-Implementierung oder Fragen zur strategischen Vermögensallokation. Zu guter Letzt die Family Offices: In Deutschland und der DACH-Region haben wir bei dieser Zielgruppe ein wenig Nachholbedarf. Da wird künftig ein Fokus im Vertrieb drauf liegen, genauso wie auf anderen vermögenden Kunden. Denn hier liegt ein Wachstumsfeld im deutschen Markt.

>>Die Invesco-Fondspalette im Selbsttest

Wo liegt auf der Produktseite für das aktive Management die Zukunft?

Specketer: Definitiv im Bereich der Alternative Investments. Egal ob Private Equity, Private Debt oder Real Estate – hier können Investoren nach wie vor die Illiquiditätsprämie vereinnahmen. Und oftmals passen die Anlagezeiträume der Private-Wealth- oder Family-Office-Klientel zum Anlagehorizont der Investments. Für institutionelle Investoren gilt das ja nochmal viel mehr.

Im liquiden Investmentbereich liegt meiner Meinung nach auf der Rentenseite einiges an Potenzial für aktive Manager. Gerade die Indexausgestaltung im Fixed-Income-Bereich ist schlecht, so dass aktives Management hier einen Mehrwert liefern kann. Gerade wenn man nicht nur über den Sekundärmarkt an Bonds herankommt, sondern schon bei der Emission dabei ist und der Portfoliomanager die Anleihen nicht nur passiv bis zur deren Laufzeitende hält. Und bei Anleihen aus den Emerging Markets gilt das ohnehin. Die Meinung haben wir übrigens nicht allein: Auch das Beratungshaus McKinsey geht davon aus, dass in den nächsten Jahren die Mittelflüsse bei den aktiv gemanagten Rentenfonds deutlich größer ausfallen werden als auf der Aktienseite.


Über den Interviewten:

Sascha Specketer leitet seit Jahresanfang den Vertrieb von Invesco in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region). Zur US-Investmentgesellschaft kam er im Sommer 2017 als diese den ETF-Anbieter Source übernahmen. Dort war Specketer für das Deutschland-Geschäft verantwortlich.

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