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Private Krankenversicherung (PKV) Diese 5 PKV-Anbieter stehen am besten da

Visite in Krankenhaus-Einzelzimmer
Visite in Krankenhaus-Einzelzimmer: Das Analysehaus Ascore hat einen neuen Jahrgang seines PKV-Unternehmens-Scorings veröffentlicht. Insgesamt 32 private Krankenversicherer wurden dafür untersucht. | Foto: RODNAE Productions / Pexels
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Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand: Zu diesen vier Oberthemen hat die aus dem Zusammenschluss der beiden Analysehäuser Ascore und Softfair hervorgegangene Gesellschaft Ascore Analyse jetzt wieder Anbieter privater Krankenversicherungen (PKV) untersucht. Dazu nutzten sie insgesamt 36 Kennzahlen und sechs ergänzende Informationen. Die meisten Angaben wurden über drei Jahre gemittelt, um Schwankungen auszugleichen. 

An dem Rating-Verfahren gab es im Vergleich zum Vorjahr nur wenige Änderungen. Die Verteilung der Punkte erfolgt auch weiterhin nach dem „relativen Scoring-Verfahren“, bei dem die einzelnen Kennzahlen im Vergleich zum Markt bewertet werden. Für jedes erfüllte Kriterium wird entweder ein ganzer oder ein halber Punkt vergeben. Die letztlich erreichte Gesamtpunktzahl wird dann auf sechs Wertungsklassen umgelegt und in Kompassen ausgegeben.

Eigenkapitalquote ausgeklammert 

Im Oberbereich Sicherheit gab es in diesem Jahr jedoch eine wichtige Verfahrensänderung: Auf die Bewertung der Eigenkapitalquote wird zugunsten der Sicherheitsmittelquote verzichtet. Denn einige der bewerteten Gesellschaften befinden sich in einer Konzernstruktur, begründen die Studienautoren. Insbesondere bestehen bei einigen Aktiengesellschaften Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsverträge mit ihren Muttergesellschaften im Konzern.

Scoring-Note Bewertung
6 Herausragend
5 Ausgezeichnet 
4 Sehr gut
3 Gut
2 Ausreichend 
1 Schwach

In diesen Fällen komme es vor, dass eine sehr geringe Eigenkapitalquote in der bewerteten Gesellschaft und gleichzeitig eine Verpflichtung zur Verlustübernahme der Muttergesellschaft vorlägen. Solange das Mutterunternehmen selbst eine gute Eigenkapitalausstattung aufweist, lasse sich daraus allerdings keine verringerte Sicherheit im bewerteten Unternehmen ableiten. Somit habe die Eigenkapitalquote hier nur eine bedingte Aussagekraft über die PKV-Gesellschaft.

Im Unterschied dazu umfasst die alternativ eingesetzte Kennzahl Sicherheitsmittelquote auch weitere Sicherheitsmittel wie Bewertungsreserven und freie Rückstellung der Beitragsrückerstattung. Diese werden von Ascore ins Verhältnis zur Alterungsrückstellung gebracht. Die sich daraus ergebende Sicherheitsmittelquote gibt an, wie viel dieser Mittel im Verhältnis zur Höhe der eingegangenen Verpflichtungen in dem Unternehmen stecken.

Bewertungsreserven gewachsen

Bei manchen Sicherheitskennzahlen beobachtet Ascore branchenweit einen leichten Rückgang im Geschäftsjahr 2020. So liegt die RfB-Quote (nach Art der Lebensversicherung) mit 35,5 Prozent trotz der auf dem Vorjahresniveau gebliebenen RfB-Zuführungsquote unter dem Vorjahreswert (38,4). Bei der Sicherheitsmittelquote ist hingegen eine Steigerung um 1,2 Prozentpunkte auf 26,1 Prozent zu verzeichnen. Dies lasse sich durch ein Wachstum der Bewertungsreserven im Verhältnis zu Kapitalanlagen von 17,2 auf 18,7 Prozent erklären.

Auch bei den Solvency-Quoten lässt sich ein Rückgang beobachten. Die Netto-Kennzahl (ohne Berücksichtigung der Volatilitätsanpassungen (VA) und Übergangsmaßnahmen (ÜM)) ist durchschnittlich von 541,9 auf 493,4 Prozent gesunken. Die VA werden von fünf Gesellschaften angewendet, eine mehr als im Vorjahr. Die ÜM werden von drei Versicherern angewendet, ebenfalls eine mehr. Die durchschnittliche aufsichtsrechtliche Bedeckungsquote sank von 555,9 auf 511,6 Prozent.

Vorjahresvergleich verschlechtert 

Auch im Oberbereich Erfolg fiel das Geschäftsjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr schwächer aus: Die Rohergebnisquote sank von 11,9 auf 11,2 Prozent. Im vorherigen Rating-Jahrgang stieg das Kapitalanlageergebnis und die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote sank. Im aktuellen Jahrgang ist die Situation umgekehrt: Die Nettoverzinsung sinkt von 3,2 auf 2,8 Prozent und die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote steigt branchenweit von 11,6 auf 13,1 Prozent. 

Im dreijährigen Durchschnitt sinkt die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote von 13,0 auf 12,6 Prozent. Und die Nettoverzinsung sinkt von 3,2 auf 3,0 Prozent. Die jeweiligen Werte ergeben sich jeweils nach den Formeln des Kennzahlenkatalogs des PKV-Verbands. Die Zahl der versicherten Personen steigt nun wieder leicht an. Insbesondere wächst der Bestand weiterhin bei Zusatzversicherungen. Bei privaten Vollversicherungen ist die Tendenz immer noch rückläufig. 

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