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Investmentchef der Bethmann Bank Diese Anlagechancen bietet die Energiewende

Windräder in Baden-Württemberg
Windräder in Baden-Württemberg: In Europa lieferten im Jahr 2020 alternative Energiequellen mehr Strom als konventionelle Kernkraft. | Foto: Imago Images / Imagebroker

Dass die Energiewende kommt, steht eigentlich außer Frage. Offen ist eher, in welchem Tempo der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger erfolgt. Laut Europäischer Kommission lieferten im Jahr 2020 in Europa bereits alternative Energiequellen, also vor allem Solar- und Windparks, mehr Strom als Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke. Das hing sicherlich auch mit günstigen Wetterbedingungen zusammen.

Das Problem ist, dass Öl und Gas noch nicht überall durch nachhaltig erzeugten Strom ersetzt werden können. Das hängt maßgeblich mit der mangelnden Grundlastfähigkeit zusammen. Wahrscheinlich werden künftig große Energiespeicher notwendig sein, damit Wind- und Solarparks auch bei Flaute oder Dunkelheit ausreichend Strom liefern können.

Erste Pilotprojekte, die Mut machen, gibt es vor allem in Australien. Angesichts seit Jahren fallender Kosten für Batteriezellen sind hier in den kommenden Jahren nachhaltige Fortschritte zu erwarten. Elon Musk hat einmal gesagt, dass Tesla künftig mit Energiespeichern genauso viel Geld verdienen werde, wie mit Elektroautos.

Allerdings kommen erneuerbare Energien am gesamten Energiemix mit circa 20 Prozent noch auf einen vergleichsweise geringen Anteil. Bei der Erzeugung von Primärenergie dominieren nach wie vor Öl, Kohle und Gas, wobei zumindest der Anteil von Kohle bereits seit Jahren langsam, aber kontinuierlich sinkt. Und weltweit arbeiten Start-ups und etablierte Konzerne an Alternativen für die Luftfahrt, den Schwertransport und verschiedene Industrieprozesse.

Bei Flugtaxis setzen fast alle Entwickler auf Batterien. Allerdings sind bislang die Akkus noch zu schwer. Beim Schwertransport gehen die Meinungen auseinander. VW setzt hier wie im Pkw-Bereich voll auf Batterien, weil ihr Leistungsgrad sehr viel höher als bei Wasserstoffantrieben ist. Allerdings hat Wasserstoff auf der Langstrecke für Lkws auch seine Vorteile wie beispielsweise eine schnelle Ladung und große Reichweiten. Hier scheint das Rennen noch unentschieden.

Bei Industrieprozessen wie der Stahlerzeugung oder der chemischen Industrie hat wahrscheinlich Wasserstoff die Nase vorn. Das gilt vor allem für grünen Wasserstoff, der aus Wasser und erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Unabhängig davon, welche Technologien sich in welchen Bereichen durchsetzen werden, ist klar, dass für die Energiewende enorme Investitionen notwendig sind. Bislang passiert hier noch zu wenig, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Nach Expertenschätzungen müssten sich die weltweiten Ausgaben für saubere Energie und Energieeffizienz bis 2030 auf mehr als 2.000 Milliarden US-Dollar per annum vervielfachen.

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