Totgesagte leben bekanntlich länger – das gilt besonders für Bergbauaktien. Während Tech-Investoren noch über die nächste KI-Revolution philosophieren, graben sich findige Anleger bereits durch die Kurscharts der Rohstoffriesen. Und das aus gutem Grund: Die Nachfrage nach Kupfer explodiert dank der KI-Rechenzentren, Gold glänzt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten, und Silber erlebt eine Renaissance, die selbst erfahrene Marktbeobachter überrascht.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die oft als verstaubt verschrienen Minenwerte zu den heimlichen Stars des Jahres 2025 werden könnten? Während der Mainstream noch zögert, haben einige Investoren längst erkannt: Die Zukunft der Technologie liegt buchstäblich unter der Erde. Morningstar hat sich deshalb die spannendsten Bergbauaktien genauer angesehen – von unterbewerteten Riesen bis zu Silber-Shootingstars.

Das Unternehmen im Detail: Rio Tinto gehört zu den absoluten Schwergewichten der Bergbauindustrie und ist der größte börsennotierte Minenwert im FTSE 100. Das britisch-australische Unternehmen betreibt einige der weltweit größten Eisenerzminen in der westaustralischen Pilbara-Region, die als eine der reichsten Eisenerzregionen der Welt gilt. Neben dem dominierenden Eisenerzgeschäft, das etwa 60 Prozent der Erlöse ausmacht, produziert Rio Tinto auch Aluminium, Kupfer, Diamanten und andere Mineralien.

Die geografische Verteilung der Geschäfte macht deutlich, wie abhängig der Konzern von Asien ist: China allein steht für rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes. Diese Abhängigkeit ist Fluch und Segen zugleich – sie macht Rio Tinto zum direkten Profiteur des chinesischen Wirtschaftswachstums, aber auch anfällig für jede Schwäche im Reich der Mitte.

Die aktuelle Lage: Das Jahr 2025 verlief bisher enttäuschend. Die Aktie verlor 11,88 Prozent auf Jahressicht – ein deutlicher Abschlag zum Vorjahr. Die Trump-Administration mit ihrer aggressiven Zollpolitik hat die Märkte verunsichert, auch wenn sich die Aktie seit dem ersten Schock langsam erholt. Belastend wirkten sich die schwächeren Eisenerzpreise und Wirbelstürme in Westaustralien aus, die die operativen Abläufe störten. Immerhin konnten höhere Aluminium- und Kupferpreise einen Teil der Verluste auffangen.

Die Morningstar-Einschätzung im Detail:

Rating: 4 Sterne – „Kaufen“
Bewertung: 19 Prozent unter Fair Value
Dividendenrendite: 6,42 Prozent
Economic Moat: Keiner

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Morningstar-Analyst Jon Mills sieht Rio Tinto trotz fehlenden Burggrabens als unterbewertet an. Seine Fair-Value-Schätzung basiert auf der Annahme weitgehend stabiler Eisenerzpreise.

Mills warnt jedoch eindringlich vor den China-Risiken: „Eine Abschwächung der chinesischen Nachfrage nach Rohstoffen könnte die Gewinnaussichten von Rio erheblich beeinträchtigen.“ Der Boom bei Infrastruktur- und Immobilieninvestitionen in China habe in den letzten Jahren bereits nachgelassen.

Investmentthese: Für Anleger, die an eine Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft und eine Entspannung im Handelskonflikt glauben, bietet Rio Tinto mit seinem 19-prozentigen Abschlag zum Fair Value eine attraktive Einstiegschance. Die hohe Dividendenrendite von 6,42 Prozent bietet zudem ein solides Sicherheitspolster.