Beim Maklerpool BCA, an den auch die Bank für Vermögen (BfV) als Haftungsdach angeschlossen ist, hilft das hauseigene Programm Diva durch die Kundenabfrage. Auch dort ist die Nachhaltigkeitsabfrage nun Teil des Prozesses. Im Versicherungsbereich stütze man sich dagegen auf ein Tool der Versicherungsanalyseagentur Franke und Bornberg, sagt BCA-Vorstand Frank Ulbricht.

 

Ob Beratungsgespräche jetzt länger geworden sind? Beim Lübecker Maklerpool Blau Direkt verneint man das: „Ob die Maklerinnen und Makler nun über ein Investment sprechen, das keinen nachhaltigen Hintergrund hat, oder eines mit Nachhaltigkeit, beeinflusst nicht die Dauer.“

Anders und etwas konkreter berichtet es Vertriebsmanager Falk Siedelmann von Fondskonzept: „Wenn ESG aktiv beraten werden soll, sollte man 20 bis 30 Minuten mehr einplanen.“ Dabei nehme die Frage nach den Nachhaltigkeitspräferenzen noch vergleichsweise wenig Zeit ein. „Der etwas größere Zeitaufwand liegt eher in der Aufklärung ESG betreffend und in der Produktauswahl“, meint Siedelmann. Bei Fondskonzept empfiehlt man den Vertriebspartnern daher, Kunden schon im Vorfeld des Beratungsgesprächs ein ESG-Informationsblatt zuzusenden – so ist dieses Thema bereits eingeführt worden.

Fondsdaten fehlen

Gibt es weiter Unklarheiten bei dem Thema gibt, mit denen sich Makler auch nach dem 2. August noch an ihre Pools wenden? „Die Anfragen halten sich in Grenzen“, meint JDC-Chef Grabmaier. Dagegen beklagt BCA-Vorstand Ulbricht eine bestehende Datenlücke, die Vermittlern in der Beratung zu ESG-Produkten zu schaffen mache und die für Rückfragen sorge: „Die ESG-Datenerhebung ist mit Sicherheit die größte Problematik, die es extern zu beheben gilt.“

Die Nachhaltigkeitsdaten, die Vermittlern aktuell zur Verfügung stehen, sind bislang noch dünn gesät, erinnert Ulricht. „Es gibt noch einige Aufgaben in Bezug auf die Punkte EU-Taxonomie und ESG-Reporting, die der Markt beziehungsweise der Gesetzgeber lösen muss.“ Ähnliches berichtet auch Fondskonzept-Mann Siedelmann: „Die meisten Fragen kommen zu den fehlenden Fondsdaten. Hier können wir nur auf unseren Produktpartner und Datenlieferanten verweisen.“

Ob der Vertrieb die Nachhaltigkeitsabfrage eher als belastend oder als bereichernd empfindet? Dem höheren Zeitaufwand steht gegenüber, dass sich so auch ein neuer Beratungsanlass ergeben kann. „Das Feedback, das wir von unseren Vermittlern erhalten, ist eher neutral bis positiv“, meint JDC-Chef Grabmaier.