BCA-Mann Ulbricht weist auf einen Unterschied hin: „Für diejenigen Berater, die sich bereits in der Vergangenheit mit nachhaltigen Finanz- und Versicherungsprodukten beschäftigt haben, ändert sich prinzipiell nichts. Sie begrüßen das Thema und somit die Präferenzabfrage.“ Anders sehe es bei Vertriebsprofis aus, die Nachhaltigkeit bisher nur am Rande behandelt haben. Dort stünde man häufig „nicht gerade euphorisch den neuen Beratungsaufgaben gegenüber“. Grund sei der anfängliche Mehraufwand. „Wir sind jedoch überzeugt davon, dass noch mehr Berater im Laufe der Zeit die Chancen und Möglichkeiten sehen werden, die das Thema mit sich bringt“, so Ulbricht. 

 

Vom Maklerpool Fondskonzept und Vertriebsprofi Siedelmann kommt als Rückmeldung: „Momentan bekommen wir gespiegelt, dass die Pflicht zur Nachhaltigkeitsabfrage gut gedacht war, aber schlecht umgesetzt ist“. Die anfangs positive Einstellung der Berater habe durch Entscheidungen wie die Aufnahme von Atom- und Gaskraft in die Taxonomieverordnung im Nachhinein gelitten.

34f-Vermittler in Warteposition

Machen denn jetzt auch 34f-Vermittler bei der Nachhaltigkeitsabfrage mit – ohne Verpflichtung, sondern auf freiwilliger Basis? „Wir kennen viele Berater nach Paragraf 34f GewO, die sich bereits intensiv mit nachhaltigen Finanzprodukten auseinandersetzen“, berichtet Ulbricht. Auch auf Kundenseite werde der Beratungsbedarf bei dem Thema voraussichtlich zulegen, schätzt der BCA-Mann.

Bei Fondskonzept beobachtet man: „Prozentual gesehen haben wir einen kleinen Anteil unserer Vermittler, welche das Thema ESG sehr stark fokussiert haben“, so Siedelmann. „Der eher größere Anteil unserer Partner nähert sich der Thematik Schritt für Schritt an.“ Insgesamt rät Fondskonzept seinen Vermittlern, sich bereits jetzt auf die für den übrigen Finanzvertrieb geltenden Regeln vorzubereiten: „Wir empfehlen unseren Partner, sich weiterhin zu informieren. Denn die Abfrage wird kommen“, ist Siedelmann überzeugt. 

Dasselbe meint auch Sebastian Grabmaier. Der JDC-Chef gibt sich zuversichtlich: Bei Jung DMS und Cie. nehme man durchaus wahr, „dass sich auch die uns angeschlossenen 34f-Berater bereits seit Längerem mit dem Thema beschäftigen.“