Die B2B-Direktbank FNZ Bank (vormals Ebase) verwaltet in Deutschland rund 155 Milliarden Euro Kundenvermögen. In einer exklusiven Kooperation mit DAS INVESTMENT gewährt die Bank einmal pro Monat einen Einblick in die Bewegungen innerhalb ihrer Kundendepots. Dabei liefert sie Daten zu Handelsaktivitäten und Mittelzuflüssen – sowohl mit Blick auf die Fondskategorien aktiv gemanagte Fonds und ETFs als auch auf Einzelfondsebene. FNZ-Bank-Chef Manuel Loos erläutert die Ergebnisse.
DAS INVESTMENT: Herr Loos, welche Trends zeichnen sich in der Depot Analyse für Juni 2026 ab?
Manuel Loos: Die Kapitalmärkte haben sich auch im Juni trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und der Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbanken insgesamt robust gezeigt. Obwohl insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten zwischenzeitlich für erhöhte Volatilität sorgten, blieb eine nachhaltige Verunsicherung der Anleger aus.
So bewegten sich die internationalen Aktienmärkte trotz leichter Rückgänge insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. Der S&P 500 verzeichnete im Juni ein leichtes Minus von rund 0,7 Prozent, der Nasdaq Composite gab um rund 2,7 Prozent nach. Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich insgesamt stabil. So bewegte sich der Dax im Monatsverlauf überwiegend zwischen 24.500 und 25.400 Punkten und schloss den Handelsmonat Juni bei knapp 25.000 Punkten.
Die FNZ Bank Kunden reagierten gelassen auf die leichten Rückgänge an den Märkten. Die Handelsaktivität nahm im Vergleich zum Vormonat sogar zu und lag bei einem Wert von 1,18 deutlich über dem Schnitt des ohnehin handelsintensiven Vorjahres. Gleichzeitig blieb auch der Fundflow-Faktor mit 1,07 fast auf Vormonats-Niveau. Die Mittelzuflüsse in aktive Fonds überstiegen die Mittelabflüsse auch im Juni, sodass weiterhin mehr aktive Fonds gekauft als verkauft wurden. Insgesamt deutet dies darauf hin, dass die FNZ Bank Kunden die kurzfristigen Marktschwankungen entsprechend einordnen und unverändert gute Rahmenbedingungen zum langfristigen Vermögensaufbau sehen.
Grafik 1: Handelsaktivität bei aktiven Fonds im Juni 2026
Die Handelsaktivität basiert auf dem Handelsvolumen und lässt unmittelbare Rückschlüsse auf den aktuellen Jahrestrend zu. Ein Wert von über 100 steht für eine überdurchschnittliche Handelsaktivität der Kunden im Vergleich zum mittleren monatlichen Handelsvolumen des Vorjahres; ein Stand unter 100 zeigt eine unterdurchschnittliche Handelsaktivität an.
Lesebeispiel: Im Juni 2026 betrugen die Umsätze bei aktiv gemanagten Fonds 118 Prozent des Vorjahresdurchschnitts, lagen also um 18 Prozentpunkte über dem Schnitt des Vorjahres.
Stand: 1. Juli 2026 | Bildquelle: FNZ BankWie haben sich die Anleger im Juni positioniert?
Loos: Vermutlich als Reaktion auf die unveränderte Volatilität der Märkte und die damit verbundenen Unsicherheiten blieb die Nachfrage der FNZ Bank Kunden nach Rentenfonds im Juni weiterhin auf einem hohen Niveau. So überstiegen die Käufe die Verkäufe bei einem Fundflow-Faktor von 1,10 um 10 Prozentpunkte.
Wie auch in den Vormonaten ergaben sich hier bei den Investitionen der FNZ Bank Kunden jedoch deutliche regionale Unterschiede: So lag der Fokus unserer Kunden weiterhin eher auf Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Asien. Auch Rentenfonds mit dem Anlageschwerpunkt Emerging Markets blieben bei den Anlegerinnen und Anlegern beliebt. Getrennt haben sich die Kunden der FNZ Bank dagegen weiterhin eher von Rentenfonds mit den Anlageschwerpunkten Deutschland oder Europa.
Auch die Nachfrage der FNZ Bank Kunden nach Aktienfonds blieb im Juni hoch. Bei einem Fundflow-Faktor von 1,07 überstiegen die Käufe die Verkäufe um etwa 7 Prozentpunkte. Regional ergaben sich dabei auch bei den Aktienfonds deutliche Unterschiede: Während vor allem Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Asien oder Emerging Markets beliebt waren, fielen Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland oder Europa im Vergleich deutlich ab. Bei Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa überstiegen die Verkäufe die Käufe sogar um 71 Prozentpunkte.
Grafik 2: Fundflow-Faktor bei aktiven Fonds im Juni 2026
Der Fundflow-Faktor zeigt an, um welchen Faktor die Mittelzuflüsse die Mittelabflüsse übersteigen (bei Nettomittelzuflüssen) beziehungsweise um welchen Faktor die Mittelabflüsse die Mittelzuflüsse übersteigen (bei Nettomittelabflüssen).
Lesebeispiel: Im Juni 2026 überstiegen die Mittelzuflüsse bei aktiven Fonds die Mittelabflüsse um den Faktor 1,07.
Stand: 1. Juli 2026 | Bildquelle: FNZ BankWie war die Situation bei Mischfonds?
Loos: Die Nachfrage nach Mischfonds ist im Juni wieder leicht gesunken, auf einen Fundflow-Faktor von 0,96. Die Verkäufe überstiegen die Käufe also um vier Prozentpunkte. Besonders gefragt war auch bei Mischfonds, wie schon bei Renten- und Aktienfonds, regional der Anlageschwerpunkt Emerging Markets. Ebenfalls wurden Mischfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland überwiegend verkauft.
An welchen aktiv gemanagten Fonds waren die Kunden jüngst besonders interessiert?
Loos: Im Juni fanden sich unter den fünf beliebtesten aktiv gemanagten Fonds der FNZ Bank Kunden zwei Geldmarktfonds, drei Aktienfonds.
Das Anlageziel des ersten Aktienfonds, Robeco Smart Energy (ISIN: LU2145461757), ist es, die Transformation und Dekarbonisierung des globalen Energiesektors fördern. Dies geschieht vor allem durch Anlage in Unternehmen, welche die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN SDGs) fördern. Der Fonds investiert mindestens zwei Drittel seines Gesamtvermögens in Aktien von Unternehmen auf der ganzen Welt, die über ein hohes Wachstumspotenzial verfügen und Technologien für die Erzeugung und Verteilung sauberer Energie, die Infrastruktur für das Energiemanagement und die Energieeffizienz anbieten.
- Sektor: Aktienfonds Rohstoffe Energie Welt
- Auflegung: 23.09.2003
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondsgesellschaft: Robeco Institutional Asset Management
- ISIN: LU2145461757
- Performance YTD: 38,48%
- Performance 1 Jahr: 67,70%
- TER: 1,72%
- Volatilität 3 Jahre: 24,28%
- Volumen in Mio. EUR: 5805
