Constantin Marti (Gastautor)Lesedauer: 5 Minuten

Für den sorgenfreien Ruhestand Diese Risiken müssen Sie bedenken

Senioren im Urlaub
Senioren im Urlaub: Für eine erfolgreiche Altersvorsorge müssen auch die Risken kalkuliert werden | Foto: imago images/Geisser

Wenn ich mit meinen Kunden darüber spreche, wie sie sich am besten finanziell für das Alter aufstellen, fragen sie mich im Rahmen von Investitionsentscheidungen oft nach Vergleichen von verschiedenen Anlageklassen. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen dabei Aspekte wie Flexibilität, Rendite und natürlich auch das Risiko. Die Risiken betreffend ist es wichtig, auch auf den ersten Blick “unsichtbare” Risiken zu identifizieren und der Anlageklasse zuzuordnen.

Ein derartiges zunächst “unsichtbares” oder weniger bekanntes Risiko bei Anlagen auf dem Kapitalmarkt, aus denen rentenähnliche Entnahmen in der Ruhestandsphase getätigt werden sollen, ist das sogenannte „Sequence of Returns Risk“ (SOR), also das Risiko des zeitlichen Anfalls der Renditen. Dieses Risiko tritt bei bestimmten Konstellationen in der Entnahme- oder Auszahlungsphase einer Anlage auf dem Kapitalmarkt (z. B. Wertpapier- oder Fondsdepots inkl. ETFs) auf, wenn der Anleger nur die durchschnittliche Rendite einer Anlage über einen Zeitraum betrachtet und mit konstanten Entnahmen bzw. Auszahlungen rechnet.

Zwei Rentner, zwei Kapitalentwicklungen
In Zahlen wird dies deutlich, wenn wir eine anschauliche Darstellung mit realen Marktwerten aus einem US-amerikanischen Fachbeitrag betrachten. So könnte es auch tausendfach in der Realität gelaufen sein – und das nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und in anderen Ländern. Dadurch, dass US-Amerikaner jedoch eine längere Tradition und Erfahrung mit derartigen Kapitalmarktanlagen für die Altersrente haben, findet man in der US-Literatur deutlich mehr Beiträge zu diesem Thema.

Die zwei betrachteten US-Rentner sind beide mit 65 Jahren, aber in unterschiedlichen Jahrzehnten in Rente gegangen –  Mr. Smith im Jahr 1969, Ms. Jones im Jahr 1979. In beiden Fällen wird ein Portfolio mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen über einen Zeitraum von 29 Jahren, also vom 65. bis zum 94. Lebensjahr, betrachtet.

Auch die anfängliche Investitionssumme von 100.000 USD sowie die jährliche Entnahme (entsprechend einer Rente) von 5.000 USD sind identisch. Der einzige Unterschied ist der Startpunkt der Betrachtung (1969 bzw. 1979) und damit einhergehend die unterschiedliche Marktentwicklung (hier des US-Amerikanischen Marktes, abgebildet durch den Index S&P 500) im jeweiligen Zeitraum. 

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