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Von „brauner“ zu „grüner“ Wirtschaft Welche Roh- und Werkstoffe ein fortschrittliches Energiesystem benötigt

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Kurz gesagt: Auch wenn das Angebot an Werkstoffen groß ist, gibt es erhebliche Lücken bei der Finanzierung und Entwicklung neuer Projekte. Daraus ergeben sich Herausforderungen, aber auch Chancen für Akteure im Metall- und Werkstoffsektor.

Neue Trends beim „grünen“ Übergang in unterschiedlichen Sektoren

Der Übergang zu Nachhaltigkeit hat Auswirkungen auf alle Branchen. Bei Versorgern beispielsweise sind die Bewertungen derjenigen Unternehmen gestiegen, die von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umstellen. Hier deutet sich eine positive Entwicklung an, die auch CO2-intensivere Sektoren wie die europäische Stahlindustrie beeinflussen könnte. Letztere geht sukzessive von den traditionellen Hochöfen zu umweltfreundlicheren Verfahren über. Dies könnte dazu führen, dass die europäischen Stahlerzeuger für ihren emissionsreduzierten Stahl künftig auch Spitzenpreise verlangen können.

Widersprüchlich sind hingegen die Aussichten für die Kupferindustrie: Während sie einerseits vom Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft profitieren dürfte, bereiten ihr andererseits in die Jahre gekommene Minen und fehlende neue Projekte Probleme – trotz rekordhoher Kupferpreise.

Das wirft die Frage auf, wie der Sektor die weltweit wachsende Nachfrage decken kann. Die Konsequenz dürfte wohl sein, dass die Preise steigen und dass sich die effizientesten Produzenten über beträchtliches Gewinnpotenzial freuen dürfen. Nicht zuletzt entwickelt sich das Batterierecycling zu einer Schlüsselbranche, insbesondere angesichts der ersten Generation von Elektrofahrzeugen, die langsam in die Jahre kommt. Staatliche Regelungen und wachsender Angebotsdruck stellen hier die Weichen für Wachstum.

 

Die Politik und ihr Einfluss auf das Tempo der Energiewende

Auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft kommt Regierungen weltweit eine wichtige Rolle zu. Über politische Maßnahmen können sie den Übergang von „braunen“, kohlenstoffintensiven zu „grünen“, nachhaltigen Technologien fördern und durchsetzen. Hierzu steht ihnen ein ganzes Bündel an Maßnahmen, Finanzierungspaketen und Regelungen zur Verfügung, die Investitionen in kohlenstoffärmere Technologien ankurbeln.

Was die Sanktionen betrifft, können Regierungen insbesondere zwei Maßnahmen nutzen. Zunächst die Bepreisung von Treibhausgasemissionen, beispielsweise durch die Einführung einer CO2-Steuer. Zweitens können Staaten emissionsintensive Aktivitäten direkt unterbinden, zum Beispiel durch ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor. Aber neben der Peitsche können Staaten auch zum Zuckerbrot greifen, also Anreize bieten. Deren Bandbreite ist enorm und reicht von Steuererleichterungen und direkter Subventionierung für Produzenten und Verbraucher bis hin zu beschleunigten Genehmigungsverfahren für nachhaltige Vorhaben sowie zinsgünstige Kredite für Leuchtturmprojekte.

In einigen Branchen kann eine Mischung aus beidem – Zuckerbrot und Peitsche – erforderlich sein. So zum Beispiel im Energiesektor: Hier werden zwei Ziele gleichzeitig verfolgt, nämlich der rasche Ausbau erneuerbarer Energien einerseits und das Zurückfahren der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen andererseits. In Fällen wie diesen kann ein ausgewogener Mix aus Anreizen und Verboten zentral sein, um Unternehmen sektorweit zu nachhaltigerem Handeln zu bewegen. Dabei hängt die Entscheidung, Sanktionen oder Anreize einzusetzen, häufig vom Ziel ab. Geht es darum, Unternehmen Neuinvestitionen schmackhaft zu machen wie zum Beispiel den Bau einer Gigafabrik für Batterien oder die Erschließung einer neuen Kupfermine, dann sind Anreize wie Steuervergünstigungen oft der effektivste Ansatz. Liegt dagegen der Schwerpunkt darauf, die Emissionen bestehender Anlagen zu senken oder diese durch umweltfreundlichere Alternativen zu ersetzen, könnten Sanktionen wie eine CO2-Steuer der erfolgversprechendere Weg sein.

Durch einen fein abgestimmten Mix aus Sanktionen und Anreizen können Regierungen Neuinvestitionen in „grüne“ Technologien fördern und zugleich sicherstellen, dass vorhandene Anlagen umweltfreundlich umgerüstet oder durch nachhaltigere Lösungen ersetzt werden.

Fazit

Der Weg von einer „braunen“, fossilen zu einer „grünen“, metall- und werkstofforientierten Wirtschaft ist ein wichtiger Teil des globalen Übergangs zu einer CO2-armen Wirtschaft. Unternehmen aus dem Roh- und Werkstoffsektor kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, und zwar nicht nur, was die Deckung der Nachfrage nach diesen Materialien betrifft, sondern auch mit Blick auf die Reduktion ihrer eigenen Emissionen. Dabei zeichnet sich der Weg zur Dekarbonisierung nach Meinung von BlackRock immer deutlicher ab: Zunächst geht es darum, bestehende Anlagen zu optimieren, dann um den Übergang zu kohlenstoffarmen Technologien, um schließlich möglicherweise das „grüne“ Ziel zu erreichen: Eine komplette Umstellung auf emissionsarme oder emissionsfreie Technologien.

Eine vorausschauende Politik ist dafür von zentraler Bedeutung, da sie den regulatorischen Rahmen gestaltet, der diesen entscheidenden Wandel fördern oder behindern kann. Insgesamt lässt sich festhalten, dass all jene, die die entscheidende Rolle von Metallen und anderen Roh- und Werkstoffen bei diesem Übergang erkennen und sich entsprechend orientieren, potenziell immense Vorteile für ihre Stakeholder erzielen können.

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