Diese Staatsanleihen brachten Anlegern vergangenes Jahr 47 Prozent ein

Griechische Staatsanleihen haben im vergangenen Jahr ihren Investoren einen so hohen Ertrag gebracht wie die Bonds keines anderen Landes in den 34 Märkte umfassenden Bloomberg World Bond Indexes. Nach sechs Jahren Rezession war es Griechenland 2013 gelungen, einen Schritt in Richtung wirtschaftlicher Erholung zu machen.

Bis einschließlich Montag dieser Woche lag er der Ertrag der Papiere bei 47 Prozent. Die nächstbeste Entwicklung sahen Bonds aus Irland mit einem Plus von 12 Prozent. Irland hatte am 15. Dezember das Rettungsprogramm verlassen, das auf Grund der Staatsschuldenkrise aufgelegt worden war.

“Wir sehen griechische Anleihen konstruktiv”, erklärte Elga Bartsch, Chef-Volkswirtin für Europa bei Morgan Stanley, Anfang Dezember. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes “sollte sich stabilisieren und dann beginnen, zu wachsen. Sie werden etwas Extra-Hilfe bekommen.”

Griechische Staatsanleihen gewinnen an Beliebtheit, nachdem die Anleihe-, Devisen- und Derivate-Märkte immer deutlicher erkennen ließen, dass die Schuldenkrise - welche die Eurozone seit 2009 fest im Griff hatte - nun endlich abebbt. Investoren kehren zu den Papieren von Griechenland zurück, auch wenn die griechischen Finanzprobleme private Bondsanleger dazu zwangen, 2012 mehr als 100 Milliarden Euro abzuschreiben.

Schon in diesem Jahr wird Griechenland an die Anleihemärkte zurückkehren, sagte Regierungschef Antonis Samaras in dieser Woche in einer Fernsehansprache. Ein weiteres internationales Rettungspaket werde nicht benötigt. Er sprach von einer neuen Welle an Reformen, die 2014 umgesetzt und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken sollen.

Die US-Investmentfirma Japonica Partners & Co. erwartet, dass ihre Bestände griechischer Staatsanleihen in 2014 stark an Wert gewinnen werden. Das Unternehmen bezahlte teilweise nur 11,4 Prozent des Nominalwertes der Papiere. Es geht nun davon aus, dass der Wert bis nächstes Jahr auf über 85 Prozent anziehen wird. Das erklärte Gründer Paul Kazarian im Oktober in einer Telefonkonferenz. Eigenen Angaben zufolge ist die Firma einer der größten Investoren bei griechischen Bonds.

Iain Stealey von J.P. Morgan Asset Management verwies indes darauf, dass die Anleihen des Landes zu illiquide sind - die Glaubwürdigkeit Griechenlands müsse noch weiter zunehmen, bevor größere Investoren einsteigen. “Letztlich ist es ein ziemlich kleiner Markt, unterhalb Investment-Grade. Und es gibt eine Diskussion, ob er nicht eher als Schwellenland eingestuft werden sollte”, sagte er gegenüber Bloomberg.

Griechenland hatte zwei internationale Rettungspakete erhalten. Das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt wird für 2013 bei rund 176 Prozent liegen, prognostizierte die Europäische Kommission unlängst.

Am 8. November war die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen auf 7,83 Prozent gefallen - den niedrigsten Wert seit Juni 2010. Rendite und Kurse bewegen sich grundsätzlich in entgegengesetzte Richtung. Am Donnerstag lag die Rendite bei 8,45 Prozent, während sie Ende 2012 noch etwa 11,9 Prozent betrug.

Moody’s Investors Service hob das Kreditrating des Landes im November um zwei Stufen an und begründete dies mit Fortschritten bei der Haushaltskonsolidierung. Bei Fitch Ratings war die Note im Mai auf “B-” erhöht worden - sechs Stufen unterhalb Investment-Grade.

Spyros Politis, Chef vom Athener Vermögensverwalter TT-Elta Aedak, steht nach eigenen Worten griechischen Staatsanleihen ebenfalls positiv gegenüber. Seine Firma ist investiert. Dennoch bleibe er “vorsichtig”, und zwar bis die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai vorbei sind.

Die wichtigste Oppositions-Partei Syriza hat sich auf die Fahnen geschrieben, Teile des internationalen Rettungspakets neu aushandeln zu wollen. In einer Umfrage vom 16. Dezember kommt sie auf immerhin 22 Prozent Unterstützung.

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