Die Verbraucherschützer der Stiftung Warentest raten Anlegern normalerweise, auf marktbreite ETFs zu setzen. Die Organisation hat dafür den Begriff des „Pantoffel-Portfolios“ geprägt, das „einfach, bequem und für jeden geeignet“ sei. Allerdings zeigt die Stiftung Warentest Anlegern, die sich intensiver mit ihrer Geldanlage auseinandersetzen möchten, eine Alternative mit aktiven Fonds auf: Die Fünf-Punkte-Strategie.
So funktioniert die Fünf-Punkte-Strategie der Stiftung Warentest
Kern der Strategie sind aktive Top-Fonds, die den jeweiligen Index schlagen. Diese werden von Stiftung Warentest monatlich anhand von Chance-Risiko-Zahlen ermittelt. In die Auswertung fließen etwa die Monatsrenditen der vergangenen fünf Jahre sowie die Risikokennzahlen über drei sowie fünf Jahre ein. Man habe die Strategie „in Hunderten Simulationen überprüft“, heißt es von Stiftung Warentest.
Anleger, so die Empfehlung, sollten einen Fonds kaufen, wenn er eine Bewertung von fünf Punkten erhält und dies monatlich prüfen. Verschlechtert sich die Benotung, rät die Verbraucherorganisation in einen anderen Top-Fonds umzuschichten – gibt es keinen, sollte das Geld vorübergehend in einem ETF geparkt werden.
Die Strategie lasse sich grundsätzlich von unterschiedlichen Anlegertypen umsetzen, heißt es von Stiftung Warentest – die Bandbreite reiche von defensiv mit 25 Prozent Aktienquote bis komplett auf Rendite getrimmt mit 100 Prozent Aktienquote. Die Organisation schränkt jedoch ein: Je kleiner das Portfolio, umso schwieriger werde es, die Fünf-Punkte-Strategie kostengünstig umzusetzen.
Hinzu kommt: Nicht in allen untersuchten Fondsgruppen ging die Strategie auf 15 Jahre gesehen auf. Mit dem Ansatz hätten Anleger nur in drei der untersuchten zehn Fondsgruppen eine Outperformance gegenüber marktbreiten ETFs erzielt, heißt es. Am besten sei das in der Vergleichsgruppe Aktien Europa gelungen – dort ergab sich laut der Simulationen seit 2009 ein Gewinnplus von etwa 27 Prozent.
Nur wenige aktive Fonds erfüllen die Kriterien der Verbraucherschützer
Wer die Strategie umsetzen möchte, kann dabei nur auf wenige Fonds setzen. „Wundern Sie sich nicht: Wir vergeben die Bestnote nicht oft. Sie werden daher nicht viele Fünf-Punkte-Fonds finden“, heißt es dazu von den Verbraucherschützern. So sind nur in vier der zehn untersuchten Fondsgruppen aktuell Strategien mit Top-Bewertung zu finden. Keine aktiven Fonds mit Fünf-Punkte-Rating gibt es in den Kategorien Aktienfonds Welt, Aktienfonds Europa, Aktienfonds Deutschland, Rentenfonds Euro-Staatsanleihen, Mischfonds ausgewogen und Mischfonds offensiv.
Insgesamt empfehlen die Verbraucherschützer aktuell aktive Fonds der Kategorien Aktienfonds Schwellenländer, Aktienfonds USA, Aktienfonds Japan sowie Mischfonds defensiv. Auf den folgenden Seiten stellen wir die 21 Top-Fonds vor – sortiert nach Kategorie sowie der Anzahl der Monate mit Fünf-Punkte-Bewertung.
Quelle Fünf-Punkte-Fonds: Stiftung Warentest (Stand: 31. August 2024)
Quelle Fondsdaten: FWW (Stand: 14. Oktober 2024)
