Die Musik spielt bei den Großen - so ist es auch unter deutschen unabhängigen Vermögensverwaltern. Eine Studie der Beratungsgesellschaft Pro Boutiquenfonds zeigt eindrucksvoll, wie sich die Branche nach Geschäftsergebnissen zunehmend um die großen Häuser herumgruppiert. Sie belegt das auch mit eindrücklichen Zahlen.
1,765 Milliarden Euro erwirtschafteten alle hiesigen Vermögensverwalter, die unabhängig von Banken und Versicherungskonzernen arbeiten, im Jahr 2023 zusammengerechnet. Das entspricht einem Plus bei den Netto-Provisionserträgen von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Studie zeigt gleichzeitig auch: Die Top-100-Häuser vereinen stolze 82,2 Prozent des gesamten Marktvolumens auf sich - im Vorjahr waren es noch gut 80 Prozent. Insgesamt zählt Pro Boutiquenfonds 459 Vermögensverwaltungen, die 2023 in Deutschland tätig waren.
Die Studie zieht die Zahlen für das Jahr 2023 heran, da dies das letzte Jahr ist, für das die Geschäftsberichte der Häuser bereits vollständig vorliegen - für 2024 ist das noch nicht der Fall.
Konzentration an der Spitze
An der Spitze steht demnach unangefochten das Kölner Haus Flossbach von Storch mit Provisionserträgen von 451 Millionen Euro, gefolgt von Fisher Investments mit 117 Millionen Euro und DJE mit 79 Millionen Euro. Bemerkenswert: Während der Gesamtmarkt um 4,9 Prozent wuchs, legten die Top-100-Gesellschaften mit 7,4 Prozent deutlich stärker zu.
Die größten Aufsteiger im Ranking zeigen, wie dynamisch sich der Markt entwickelt: So verbesserte sich Infinigon im Verlauf eines Jahres von Platz 143 auf Rang 36, Value Intelligence kletterte 51 Plätze nach oben.
Das Ranking zeigt ebenfalls die Bedeutung der aufstrebenden reinen Digitalplattformen („Neobroker“): Scalable Capital, das per Definition ebenfalls zu den unabhängigen Vermögensverwaltern zählt, steht nach Provisionserträgen mittlerweile auf Platz 5.

